Stadt und Land gehen Verkehrsprobleme an
Beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft Lebens- und Wirtschaftsraum Regensburg wurde diskutiert. OB Schaidinger bleibt bei seiner Linie zur Donaubrücke.
Immer noch ein Thema: die Brückenverbindung nach Sinzing. Foto: MZ-Archiv/Tino Lex
Regensburg. Verkehrsthemen wie die Ersatztrasse zur Steinernen Brücke, die Donauquerungen westlich der Pfaffensteiner Brücke sowie die Umbauten an den Autobahnen standen im Mittelpunkt der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Lebens- und Wirtschaftsraum Regensburg im Landratsamt. Bei fast allen Themen verfolge man dasselbe Ziel, betonten Landrat Herbert Mirbeth und Oberbürgermeister Hans Schaidinger in einer Pressemitteilung. Uneinigkeit herrsche bei der Diskussion über die Donauquerungen.
„Mit der Verlängerung der Osttangente und der geplanten Sallerner Regenbrücke trägt die Stadt zur Verbesserung der Verkehrssituation bei“, sagte Schaidinger, der eine Fortführung der Osttangente bis zur B 15 anregte. Mirbeth sagte, dass der Landkreis vor dem Planfeststellungsbeschluss für die Südspange R 30 stehe. Damit entstehe im Süden des Landkreises eine neue Straße, die für die Region wichtig sei. Mehrere Orte würden vom Durchgangsverkehr entlastet. Neutraubling und Obertraubling erhielten leichteren Zugang zur A93 von und nach München.
Ersatztrasse für die Steinerne
Christine Schimpfermann, Planungsreferentin der Stadt, informierte über die Planungen für die Ersatztrasse der Steinernen Brücke. Die Unesco hatte eine Welterbeverträglichkeitsstudie verlangt. Diesem Wunsch sei die Stadt nachgekommen. Doch fordere die Unesco neue Unterlagen an. Ziel sei es, die Gutachter dazu zu bewegen, sich die Situation vor Ort anzuschauen. Der Landkreis unterstützt die Stadt dabei, die Planungen voranzutreiben. Die Auswirkungen auf den ÖPNV durch die Sperrung der Steinernen Brücke seien gravierend. Sie bedeute für den RVV jährlich ein zusätzliches Defizit von bis zu 800.000 Euro.
Mirbeth wies auf das gemeinsame Verkehrsgutachten 2005 hin, in dem gefordert wurde, westlich der Pfaffensteiner Brücke eine weitere Donauquerung zu schaffen. Mindestens eine weitere Brücke sei notwendig, so der Landrat, um Stadt und westlichen Landkreis besser zu verbinden. „Gerade zu den Spitzenzeiten entstehen Staus. Deshalb brauchen wir eine Kneitinger Brücke“, forderte der Pettendorfer Bürgermeister Eduard Obermeier. Eine Überbelastung zu Spitzenzeiten würde auch das Kurzack-Gutachten belegen. „Je nach Variantenführung ließen sich durch die Vermeidung von Umwegverkehren täglich bis zu 25.000 Kfz-Kilometer einsparen“, so der Verkehrsplaner des Landkreises, Dr. Christoph Häusler. Sinzings Bürgermeister Patrick Grossmann informierte, dass der Gemeinderat am 1. August die Trasse auf Sinzinger Seite festlegen werde. OB Schaidinger betonte, dass er derzeit keine weitere Donaubrücke für notwendig erachte. „Wir werden die Trasse für die Sinzinger Nahverkehrsbrücke freihalten“, erklärte der OB. Mittelfristig werde die Stadt keine Mittel für die Brücke bereitstellen. Auch der Parallelbrücke erteilte Schaidinger für die nächsten zehn Jahre eine Absage. Er stützte sich dabei auf Zahlen zur A93, wonach sich das Verkehrsaufkommen verringert habe. Der Tunnel sei verantwortlich für die Verkehrsprobleme. Der Kneitinger Brücke erteilte Schaidinger eine Absage, weil die Trasse den Donaupark zerstöre. Christian Schlegl, CSU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat sagte: „Wir wollen keine Brücke durch ein Wohngebiet.“

