Regensburg 05.09.2012, 20:50 Uhr

40 Hektar Öde voller Chancen

Das Areal der Nibelungenkaserne wird die neue Adresse zum Forschen, Lernen und Wohnen. Herzstücke sollen die Berufliche Oberschule und ein TechCampus werden.

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OB Hans Schaidinger und Ute Weber-Hick zeigen den Grobplan.

OB Hans Schaidinger und Ute Weber-Hick zeigen den Grobplan.

von Marianne Sperb, MZ

Regensburg. Mitten im Niemandsland sind am Mittwoch Biertische weiß gedeckt und Snacks angerichtet. Die Stadt hat Journalisten zum Rundgang durch eine Ödnis geladen, die voller Zukunftschancen steckt. Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Planungsreferentin Christine Schimpfermann, Dreifach-Referent Dieter Daminger (Wirtschaft, Wissenschaft, Finanzen) und ein Trupp weiterer städtischer Experten verbreiten Goldgräberstimmung beim gut dreistündigen Pressetermin im Areal der ehemaligen Nibelungenkaserne.

Die Lage: Nah zur Altstadt, noch näher zum Campus

„Stadtplanerisch“, sagt Schimpfermann, „ist das hier ein Traum.“ Die 400 000 Quadrameter Brachland, 80 Jahre lang Millitärgebiet, liegen „unvergleichlich in der Mitte der Stadt“, schwärmt Schaidinger. Zum Dom sind’s 2,2 Kilometer, zum Bahnhof kann man zu Fuß gehen, vis-á-vis liegt der Campus, ringsum Wohnviertel und ein Gewerbegebiet. Auf kostbarster Regensburger Fläche führen heute Tiere und Pflanzen eine ungestörte Existenz; in ein paar Jahren wird ihr Terrain boomende Adresse für Forschen, Lernen und Wohnen sein.

2015 steht die Berufliche Oberschule für 1400 Menschen

Die Schüler der neuen Beruflichen Oberschule (bisher: FOS/BOS) werden im Herbst 2015 einziehen. Nach dem gefeierten Wettbewerbsentwurf des Büros Schulz+Schulz Leipzig entsteht im Herzen des Areals ein Gebäude-Trio für die Zweige Wirtschaft, Technik und Sozialwesen, plus einer Sporthalle, mit Staffelgeschossen, Kamm-Struktur und Lerninseln. Knapp 1400 Jugendliche und junge Erwachsene werden sich hier, in einer der größten Schulen Regensburgs, auf ihr Berufsleben vorbereiten. Die Stadt lässt sich die Schule mit rund 7500 Quadratmetern Nutzfläche über den Daumen gepeilt 20 Millionen Euro kosten.

Ein idealer Ort für Forschung und Technologie-Unternehmen

Uni und die Hochschule für angewandte Wissenschaften bekommen einen TechCampus als neuen Nachbarn. IT-Firmen, Gründer, Labors und Technologie-Unternehmen, etwa aus der Sensorik oder der Elektromobilität, finden an der Galgenbergstraße eine neue Adresse, außerdem sind ein Hotel und ein Parkhaus geplant. Die Stadt baut ab Anfang 2014 für knapp 15 Millionen Euro ein 12 000 Quadratmeter großes Technologiezentrum. Der Wettbewerb (Kosten: 320.000 Euro) soll auch ein Grundmuster für das Gesamtareal bringen. Die Unterlagen sind im Dezember 2012 fertig, sagt Daminger. Bis dahin ist raus, ob Regensburg im Programm „Forschungscampus“ sitzt, das die Verschmelzung von Wirtschaft und Forschung fördert. Am 25. September gibt Bundesministerin Annette Schavan die Entscheidung bekannt. Regensburg hat’s unter 90 Kandidaten ins Finale geschafft; die Chancen auf zwei Millionen Euro Förderung pro Jahr, über ein Jahrzehnt hinweg vom Bund gewährt, stehen gut.


 

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