Regensburg 13.09.2012, 07:38 Uhr

RKK: Abschied von der Top-Lage?

Der Regensburger Stadtrat entscheidet neu über den Standort für das geplante Kultur- und Kongresszentrum. Bis zum Baubeginn werden Jahre vergehen.

Der Ernst-Reuter-Platz ist in Bahnhofsnähe und gilt bislang als Top-Standort für ein RKK. Doch das Projekt ist mit Risiken behaftet, nicht nur wegen der Verlegung des Busbahnhofs Albertstraße. Luftbild: Winter

Der Ernst-Reuter-Platz ist in Bahnhofsnähe und gilt bislang als Top-Standort für ein RKK. Doch das Projekt ist mit Risiken behaftet, nicht nur wegen der Verlegung des Busbahnhofs Albertstraße. Luftbild: Winter

Von Josef Pöllmann, MZ

Regensburg. Die politische Debatte über den Standort für das Kultur- und Kongresszentrum in Regensburg geht in die heiße Phase. Am 26. September wird der Stadtrat neu entscheiden, ob das Prestige-Projekt am Ernst-Reuter-Platz oder am Unteren Wöhrd weitergeplant werden soll. In einem MZ-Gespräch machte Oberbürgermeister Hans Schaidinger wenig Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung. Es werde noch Jahre dauern, bis erste große Kongresse in der Domstadt stattfinden.

Entscheide sich der Stadtrat für den Unteren Wöhrd, sei eine Realisierung binnen fünf Jahren machbar, sagte Schaidinger. Anders am bislang favorisierten Ernst-Reuter-Platz: „Der Zeitpunkt bis zu einem Baubeginn eines RKK wird dort deutlich über zehn Jahren liegen.“ Der OB macht dafür drei Risiken am „unbestritten besten Standort“ verantwortlich: Das Projekt sei erstens riskant, weil die Stadt mit vielen Beteiligten Verträge schließen müsse, unter anderem mit der evangelischen Kirche. „Verhandlungsergebnisse in Verträge zu überführen, ist nicht immer einfach.“

Höhere Kosten sind kein Kriterium

Zweitens müssten beispielsweise rund 30 Bäume gefällt werden, die in einer sogenannten dispositionsbeschränkten Fläche, also im geschützten Grüngürtel um die Altstadt, liegen. Da seien viele Einwände zu erwarten. Drittens müsse der Busbahnhof Albertstraße verlegt sein, ehe am Ernst-Reuter-Platz mit Abbrucharbeiten begonnen werden könne. Schaidinger: „Dazu braucht es Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Und diese Verhandlungen mit der Bahn können sehr lange dauern und das Ergebnis ist schwer vorher einzuschätzen.“ Die höheren Kosten am Ernst-Reuter-Platz sind für den OB kein entscheidendes Kriterium für einen Standortwechsel zum Unteren Wöhrd.

Schaidinger selbst will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf eine Standort-Variante festlegen: „Ich trage für mich im Kopf das Für und Wider zusammen und bin derzeit unentschieden.“ Am kommenden Montag werde er das Thema im Koalitionsausschuss aus CSU und SPD diskutieren lassen.

 

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