Regensburg 07.10.2012, 17:46 Uhr

Ironman-Absage bewegt Gemüter

Tristar-Chef Gerd Lulay spricht von einer „Provinzposse“. Er wünscht sich, dass die Großveranstaltung 2014 wieder stattfindet. Der Bauernverband begrüßt das Aus, würde aber einen Termin außerhalb der Ernte akzeptieren.

Eine Szene vom Ironman im Juni dieses Jahres Foto: altrofoto.de

Eine Szene vom Ironman im Juni dieses Jahres Foto: altrofoto.de

Von Marion Koller, MZ

Regensburg. 2013 wird es keinen Ironman in Regensburg geben. Das hat der Veranstalter, die World Triathlon Corporation, entschieden. Die Meinungen zu der Absage gehen weit auseinander. Nach unserem Bericht vom Wochenende meldete sich Gerd Lulay vom Triathlonverein Tristar per E-Mail. Der 41-Jährige, der beim Ironman Regensburg mitgemacht hat, bedauert die Absage sehr. „Wenn es nicht mehr möglich ist, große Veranstaltungen wie diese durchzuführen, driften wir ins Provinzielle ab“, sagt er am Sonntag am Handy. Gerd Lulay wünscht sich, dass nach einer einjährigen Pause 2014 wieder ein Ironman veranstaltet wird und dass bei der Bevölkerung die Vorfreude überwiegt.

Der Chef des 150 Mitglieder zählenden Tristar-Vereins beteiligt sich oft an Wettbewerben in Nachbarländern oder reist zu Trainingslagern nach Mallorca und auf die Kanaren. Als Regensburger werde er dort immer auf den Ironman angesprochen. Regionale Veranstaltungen besäßen diese Strahlkraft nicht, ist Lulay überzeugt. Außerdem habe der Lauf durch die Altstadt beim ersten Mal 2010 „atmosphärisch seinesgleichen gesucht“. Regensburg sei schon immer gut damit gefahren, sich der Welt zu öffnen.

Johann Mayer, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, begrüßt die Entscheidung, weil sich der Ironman stets zur Erntezeit abgespielt habe. Die Absperrungen hätten vor allem den Bauern im südlichen Landkreis erhebliche Probleme bereitet. Mayer spricht von 100 betroffenen Höfen. Auch die Milch müsse abtransportiert werden. „Wir hätten aber nichts dagegen, wenn die Veranstaltung im September oder Juni stattfindet.“

Ironman-Renndirektor Kai Walter war am Sonntag nicht zu erreichen, weil er nach Hawaii flog. Allerdings wäre ein Septembertermin wohl nicht möglich, da der Ironman am Dultplatz startet. Im Herbst wird dort das Regensburger Volksfest gefeiert.

In den ersten Ironman-Jahren wetteiferten die Athleten im August. Erst nach Kritik wurde die Großveranstaltung heuer auf Juni verschoben. Der Termin passte weder Sportlern noch Ausrichter. Zu einer zweiten Verschiebung konnte sich der Veranstalter nicht durchringen, weil Teilnehmer absagen und Finanzlücken entstehen.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo