Regensburg 09.10.2012, 18:05 Uhr

Landrat sorgt für Semesterticket-Zoff

Der Regensburger OB ist fürs Anschlussmodell, nun plädiert Landrat Herbert Mirbeth aber fürs Solidarmodell – und der RVV sitzt zwischen den Stühlen.

28.000 Regensburger Studenten können mit dem Semesterticket den RVV nutzen. Ab 2013 wird es auf jeden Fall teurer. Foto: MZ-Archiv/altrofoto.de

28.000 Regensburger Studenten können mit dem Semesterticket den RVV nutzen. Ab 2013 wird es auf jeden Fall teurer. Foto: MZ-Archiv/altrofoto.de

Von Jürgen Scharf, MZ

Regensburg. Zwischen Landkreis und Stadt Regensburg gibt es einen neuen Zankapfel. Nachdem es schon bei den allgemeinen Verkehrsplanungen in und um Regensburg zwischen Landrat und Oberbürgermeister heftig gewittert hatte, ziehen nun wegen des Semestertickets abermals graue Wolken auf. Vergangenen Freitag hatte sich Stadtoberhaupt Hans Schaidinger im Rahmen der laufenden Verhandlungen für das sogenannte „Anschlussmodell“ ausgesprochen – Landrat Herbert Mirbeth ist nun genau für das Gegenteil. Er forderte am Dienstag in einer Pressemitteilung, beim „Solidarmodell“ zu bleiben.

Seit mehreren Monaten laufen zum Semesterticket harte Verhandlungen zwischen Studentenwerk, Regensburger Verkehrsverbund (RVV) und den drei Bahnanbietern. Für das kommende Wintersemester wurde jüngst noch ein Burgfrieden geschlossen, umso energischer wird derzeit aber wohl um den Ticketpreis fürs Sommersemester 2013 gefeilscht.

Die beiden Regensburger Hochschulen, das Studentenwerk Oberpfalz/Niederbayern sowie die beiden Studierendenvertretungen sprechen sich für den Beibehalt eines preisgünstigen Semestertickets in der derzeitigen Form aus. In einer Presskonferenz wollen Sie am heutigen Mittwoch Stellung nehmen.

Kritik an „öffentlicher Überlegung“

Mirbeth lobt das RVV-Semesterticket als „Erfolgsmodell. Ziel ist es, dieses System soweit wie möglich zu erhalten oder sogar noch auszubauen“. Er bedauere die „veröffentlichte Überlegung eines Modells, das einen Teil der Studenten aus dem Landkreis erheblich benachteiligen würde“. Damit zielt er offensichtlich aufs Schaidingers Positionierung für das Anschlussmodell ab. Dieses sähe vor, dass die Studenten aus der Stadt und einigen Umlandgemeinden (Tarifzonen 1 und 2) weiterhin 49 Euro zahlen würden, die Studierenden aus den weiter entfernten Landkreisgemeinden hingegen mehr zahlen müssten.

„Wenn es für Studierende aus Regensburg keine Preiserhöhung gibt, aber fast alle Studenten, die im Landkreis wohnen, teils kräftige Aufschläge hinnehmen müssen, ist dies nicht akzeptabel“, erklärt Mirbeth, der sich für die Beibehaltung des Solidarmodells ausspricht. „Ich könnte mir eine moderate Anhebung des Sockelbeitrags auf 59 Euro für alle vorstellen.“ Mirbeth fordert die Geschäftsführung des RVV auf, Alternativvorschläge zu erarbeiten und vorzulegen. Ein neues Tarifsystem dürfe nicht Bewohner des flachen Landes benachteiligen.

 

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