Regensburg 20.10.2012, 13:28 Uhr

Räuber türmen aus dem Fenster

Nach dem Überfall auf einen 33-Jährigen in dessen Wohnung am Fischmarkt in Regensburg tappt die Polizei noch im Dunkeln. Das Opfer liegt weiter im Krankenhaus.

Die Rückseite der Anwesen am Regensburger Fischmarkt: Durch eines der Fenster sollen die Räuber in der Nacht zum Donnerstag gesprungen sein. Foto: Rieke

Die Rückseite der Anwesen am Regensburger Fischmarkt: Durch eines der Fenster sollen die Räuber in der Nacht zum Donnerstag gesprungen sein. Foto: Rieke

Von Thomas Rieke, MZ

Regensburg. „Was ist hier passiert? Ein Raubüberfall in einer Wohnung?“ Ungläubig schüttelt der Herr mit Aktentasche unterm Arm, der gerade ein Mietshaus verlässt, den Kopf. „Das kann doch nicht wahr sein!“ Tatsächlich herrscht am Freitag bei den Anliegern des Fischmarkts, die von der Gewalttat hören, allgemeine Fassungslosigkeit.

Am Donnerstagnacht kurz vor 1 Uhr (MZ berichtete kurz) klingeln zwei Maskierte in einem mehrstöckigen Gebäude an einer Wohnungstür. Als geöffnet wird, fallen die auffällig großen Gestalten über den Inhaber, einen 33-jährigen Slowaken, mit roher Gewalt hier. Sie verpassen ihm heftige Schläge ins Gesicht und gegen die Brust. Außerdem führen sie ein Elektroschockgerät mit sich. Auch damit traktieren sie das überrumpelte Opfer. Als die 40-jährige deutsche Lebensgefährtin zu Hilfe eilt, wird auch sie mit dem Gerät verletzt.

Die bis dato unbekannten Eindringlinge durchsuchen die Wohnung und stecken einen Geldbeutel ein, in dem sich eine dreistellige Summe in Bar befindet. Dann türmen sie – nicht durch die Wohnungstür, sondern durch ein Fenster an der Weinlände (Donauufer).

Noch keine heiße Spur

Die Verletzten alarmieren umgehend die Polizei, und die steht seitdem vor einer ganzen Liste rätselhafter Fragen. Albert Brück, Mitarbeiter der Pressestelle im Präsidialbüro, weiß nur zwei Dinge ganz genau: Von den Räubern fehlt jede Spur und ein Delikt dieser Qualität („Nächtlicher Raubüberfall in einer zentral gelegenen Wohnung“) hat es in Regensburg zumindest heuer noch nicht gegeben. Während die 40-jährige Partnerin des Slowaken nur kurz ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste, liegt der Mann noch immer im Krankenhaus. Die Polizei spricht von „massiver Gewalteinwirkung“, die verschiedene Verletzungen im Rumpf- und Kopfbereich zur Folge hatte. Der Elektroschocker habe dabei nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

„Die Ermittlungen laufen in jede Richtung“, ist ein gern benutzter Satz der Kripo. Ebenso: „Aus taktischen Gründen werden Details nicht bekannt gegeben.“ Und so blieb die Polizei gestern zum Beispiel die Antwort auf die Frage schuldig, wie die Räuber zur mitternächtlichen Stunde überhaupt in das Haus gelangten, ehe sie an der Wohnungstür läuteten. Einen Aufbruch der Haupteingangstür wollte Brück nicht bestätigen. Kein Kommentar auch dazu, ob sich Opfer und Täter eventuell kannten; ob es sich um einen primitiven Racheakt gehandelt haben könnte oder einen Einschüchterungsversuch. „Alles Spekulation, daran beteiligen wir uns nicht“, heißt es knapp.

 

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