Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg 25.03.2009, 17:34 Uhr

Große Hunde müssen in Wenzenbach fast überall an die Leine

Der Wenzenbacher Gemeinderat hat die Anleinpflicht für Hunde deutlich verschärft. Foto: Archiv

Der Wenzenbacher Gemeinderat hat die Anleinpflicht für Hunde deutlich verschärft. Foto: Archiv

Für die verschärfte Verordnung sprachen sich bei der Sitzung am Dienstag nach längerer Kontroverse 14 Gemeinderäte aus. Vier votierten dagegen, wobei Ursula Braun (Die Bürger) darauf hinwies, dass dagegen Normenkontrollklage eingereicht werden könnte. „Das wird dann teuer“, so Braun. Sie hatte vorab eine anwaltliche Stellungnahme eingeholt.

Es habe am Radweg immer wieder Probleme gegeben, begründete Geschäftsstellenleiter Hans Elsner die Verschärfung. „Man kann keinem vorschreiben, welche Sportart er betreiben soll, damit er nicht von Hunden belästigt wird.“ Während Ursula Braun betonte, sie habe von derlei Vorkommnissen noch nichts gehört, wurden sie von Helmuth Hartl, SPD-Fraktionssprecher, bestätigt. Gebissen worden sei zwar noch niemand, doch würden vor allem Frauen beim Nordic Walken auf der Strecke mehrfach von Hunden gestellt. „Man muss denen ermöglichen, ihren Sport zu betreiben“, so Hartl.

„Ich glaube, dass man sich von Menschen mehr bedroht fühlen kann als von Hunden“, konterte Braun. Hundehalter müssten ihre Hunde im Griff haben. „Wir tun unseren Hunden etwas an“, bekräftigte auch ihr Fraktionskollege Dr. Helmut Ulrich. Bei einer derartigen Verschärfung der Anleinpflicht auf allen öffentlichen Plätzen und Wegen könnten Hunde ihr Bewegungsbedürfnis nicht mehr ausleben. „Die dürfen nirgendwo mehr laufen“, kommentierte er die Verordnung.

„Ich kann nicht feststellen, dass unser Hund leidet, nur weil er an der Leine geht“, hielt dem CSU-Fraktionssprecher Johannes Wiesbeck entgegen. Vor allem auch Kinder hätten vor frei laufenden Hunden Angst. „Das kann man unterbinden.“ Er habe einen Anruf von der Polizei bekommen, teilte Wiesbeck mit. Demzufolge sei unweit des Radwegs ein Reh von einem Hund gerissen und halb aufgefressen worden. „Hat ein Reh keinen Tierschutz?“ stellte der CSU-Sprecher in den Raum. Mit der neuen Verordnung sei auch ein weiteres Problem in den Griff zu bekommen: der Hundekot in den Wiesen. Die Landwirte verfütterten das verunreinigte Gras, Krankheiten und Notschlachtungen in ihrem Tierbestand seien die Folge.

Dr. Ulrich erwiderte, dass das Wildern von Hunden ohnehin verboten sei. Ob ein Hund Probleme mache oder nicht, könne auch die neue Verordnung nicht verhindern. Er wies darauf hin, dass Hundebesitzer – und das seien in Wenzenbach rund 800 bis 1000 –immerhin Steuern zahlten. Die Gemeinde habe die Verpflichtung, für Plätze zum Auslauf für die Hunde zu sorgen. Bürgermeister Josef Schmid unterstrich, dass sich viele Richtlinien verschärften, egal ob am Bau oder beim CO2. Und Schmid weiter: „Habt ihr schon mal einen Gemeindebediensteten gesehen, wenn er vom Böschungmähen kommt?“ Der müsste eine Schmutzzulage bekommen.

 

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