Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg 22.01.2010, 17:11 Uhr

Krones Konzern erwarb frühere Lederfabrik in Neutraubling

In der Lederfabrik wurden bis vor einigen Jahren täglich 1200 Tierhäute angeliefert und verarbeitet. Wegen des Geruchs und des Aussehens der Anlage stand die Fabrik unter scharfer Kritik. Archivfoto: Jaumann

In der Lederfabrik wurden bis vor einigen Jahren täglich 1200 Tierhäute angeliefert und verarbeitet. Wegen des Geruchs und des Aussehens der Anlage stand die Fabrik unter scharfer Kritik. Archivfoto: Jaumann

Die Krones AG hat die angrenzende, ehemalige Lederfabrik erworben. Dies bestätigte auf Anfrage der MZ der Konzern-Vorstand. Wie Firmensprecherin Danuta Kessler-Zieroth im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung sagte, werde das Unternehmen nächste Woche die Öffentlichkeit über die Zukunft des Geländes informieren.

Seit 2004 ist die Lederfabrik an der Staatsstraße geschlossen. Einst zählte sie zu den ersten Unternehmen, die nach dem Krieg in der Gemeinde angesiedelt wurden. 1986 kaufte Werner Schnittger, Eigentümer der Firma Bayern Leder GmbH & CO. KG, die bankrotte Fabrik für einen zweistelligen D-Mark-Millionenbetrag. Rund 1200 Tierhäute wurden hier angeliefert und weiterverarbeitet. In Neutraubling war die Fabrik als „Stinkbude“ verschrien, die womöglich zweifelhafte Dinge in das Abwassernetz leite und äußerlich einem Chemie-Konglomerat zu DDR-Zeiten gleiche.

Die Krones AG machte 2002 mobil gegen den Nachbarn und forderte eine Verlagerung der Lederfabrik. Mitarbeiter hatten der Stadt zuvor eine Unterschriftenliste übergeben, in der sie auf die Geruchsbelästigung hinwiesen und die Folgen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Unwohlsein. Auch die Stadt unterstützte die Forderung nach einer Schließung beziehungsweise einer Verlagerung des Betriebs.

Zwei Jahre später gab Firmenchef Schnittger trotz hoher Investitionen in Umwelttechnik die Schließung der Fabrik bekannt. Schnittger warf der Stadt vor, ihre Ankündigung, die Grenzwerte für Schadstoffe im Abwasser zu verschärfen, mache den weiteren Betrieb der Lederfabrik unmöglich. In dem Unternehmen waren vor allem Anlernkräfte ohne Ausbildung beschäftigt. Mit der Schließung gingen rund 120 Arbeitsplätze verloren.

 

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