Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg 29.01.2010, 15:52 Uhr

Ehemalige Lederfabrik in Neutraubling ist einsturzgefährdet

Das Dach auf dem Mittelteil der Lederfabrik ist in den vergangenen Tagen eingestürzt. Der neue Eigentümer Krones muss reagieren. Foto: jn

Das Dach auf dem Mittelteil der Lederfabrik ist in den vergangenen Tagen eingestürzt. Der neue Eigentümer Krones muss reagieren. Foto: jn

Der neue Eigentümer Krones muss handeln: Mitte des Jahres soll das blaue Gebäude der Lederfabrik an der Staatsstraße in Neutraubling rückgebaut werden. Danach ist auf dem Areal ein Parkhaus vorgesehen. Im Dezember erwarb der Konzern das 20000 Quadratmeter große Gelände.

Es gab viele Diskussionen bei der Krones AG: Soll das Unternehmen die ehemalige Lederfabrik erwerben? Will es das Unternehmen überhaupt? „Die Lederfabrik ist schon seit rund zehn Jahren ein Thema bei uns im Haus“, sagt Johann Hafner, Leiter der Bauabteilung im Krones-Konzern. Die ersten fünf Jahre habe man sich für die Verlagerung der Firma eingesetzt. „Wenn unsere Mitarbeiter die Fenster geöffnet haben, dann saßen sie im Mief“, sagt er. Und nach der Schließung habe die Stadt davon gesprochen, dass der Schandfleck beseitigt werden müsse.

Rund zweieinhalb Jahre führte das Unternehmen Gespräche mit dem bisherigen Eigentümer Werner Schnittger. Am 8. Dezember wurde endlich der Kaufvertrag für das 20000 Quadratmeter große Gelände unterzeichnet. Mehr als zwei Millionen Euro zahlte das Unternehmen dafür.

Die Bausubstanz der Gebäude ist kontaminiert. Auch die Freiflächen sind durch Stoffe aus der Lederverarbeitung und aus der Kriegs- und Nachkriegszeit verschmutzt. „Wir wussten genau, was wir kaufen“, sagt Hafner. Gutachten ergaben, dass das Grundwasser nicht verschmutzt ist. Demnach hätte es für das Unternehmen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf gegeben. Jedoch stürzte in den vergangenen Tagen das Dach ein. Ein Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass das blaue Gebäude unmittelbar an der Staatsstraße einsturzgefährdet sei und das Gelände wurde abgesperrt.

Mitte des Jahres soll mit dem 600000 Euro teuren Rückbau des Gebäudes begonnen werden. Der Rückbau erfolgt bis in eine Tiefe von drei Metern. Dabei rechnet Hafner fest mit Funden aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. „Wir treffen sicher auf einiges“, sagt er. Anschließend soll das Gelände verfüllt werden und später ein Parkhaus entstehen. In welcher Größenordnung und wann das Projekt umgesetzt wird, ist jedoch noch unklar.

Die weiteren Hallen der Lederfabrik sollen ausgeräumt, gesäubert und als Erweiterungsflächen genutzt werden. Es ist geplant, dort Zulieferer unterzubringen. „Wir wollen so wenig wie möglich investieren“, sagt Hafner. Die Wirtschaftskrise sei nicht spurlos am Unternehmen vorbeigegangen. „Eigentlich hätte ein Industrieunternehmen das Gelände nicht kaufen dürfen“, sagt er. Doch nun sei er froh über den Schritt. So werde das Betriebsgelände abgerundet und bis an die Staatsstraße erweitert.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
Donnerstag 2. September 2010
Haubensak Logo

Wetter

Wolke
20°

» Lokalwetter