Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg 05.02.2010, 15:13 Uhr

Deutschlans größter Ballon gehört einem Wörther

Heute lehrt der Vater zweier Töchter und eines Sohnes nicht nur das Gleitschirmfliegen, sondern er besitzt auch den größten Heißluftballon, den es in der Bundesrepublik gibt. 60 Meter Höhe hat das Monstrum.

Ein Ballon kostet 100 000 Euro

Gleich drei solcher Gefährte hat sich der Wörther angeschafft. Zur Aufbewahrung der Ballons, die einen Durchmesser von 35 Metern haben, hat Höcherl in Wörth einen Bauernhof angemietet. „Bis zu 18 Leute können mitfahren“, erzählt der 47-Jährige. Die Anschaffungskosten für ein Exemplar belaufen sich auf 100 000 Euro. Gut 1000 Ballons gebe es in der Bundesrepublik.

Georg Höcherl kam per Zufall zu dem Hobby, das er schnell zu seinem Beruf machte. „Ich sah einmal beim Skifahren einen Gleitschirm und das hat mich gleich interessiert“, erzählt er. Der damals junge Mann schnallte sich bald darauf einen Gleitschirm an und diese Fortbewegung gefiel ihm auf Anhieb. Die Flugschule war ebenso schnell gegründet und heute besitzt Schorsch Höcherl, wie er in Wörth genannt wird, 60 Gleitschirme. Der junge Mann bekam bald Wind davon, dass die Nachfrage nach Ballonflügen in Region stark gewachsen war und prompt kaufte er sich den ersten.

Pro Jahr zählt der bei Waldmünchen geborene Höcherl an die 1500 Passagiere, die mit ihm entweder im Raum Regensburg oder auch in den Alpen unterwegs sind. „Das ist ein einmalige Gefühl, die Welt aus 3000 Meter Höhe zu sehen“, erzählt der „Pilot“. Steige man höher hinauf, brauche man Sauerstoffflaschen. Ein- bis zweimal im Jahr macht der Wörther eine Alpenüberquerung. Diese findet auf 9000 Metern Höhe statt und „ist ein grandioses Erlebnis“, wie der Flugschulen-Besitzer weiß.

Strenge Prüfungen angesagt

Er hatte schon Bundesliga-Kicker auf seinen Rundfügen im Korb, die Prominenz aus der Region ließ sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen. Dafür, dass Georg Höcherl die Leute durch die Lande fliegen kann, muss er sich alle sechs Monate einer strengen Prüfung unterziehen. „Zum einen muss ich mich medizinisch untersuchen lassen“, erzählt der Ballonflieger und zum anderen hat er eine Prüfung an der Luftfahrerschule in Nürnberg zu absolvieren. Das sei das gleiche Verfahren, wie es Berufspiloten für ihre Fluglizenz durchlaufen müssten.

Das Fahren mit den Ballons, die in England gebaut werden, ist ein ganz besonderes Erlebnis. In der Region startet Schorsch Höcherl in Wörth auf dem Sauberg, auf der Tremmelhauser Höhe bei Regensburg, bei Windberg und am Hohen Bogen. Der Stadtvorgang mit dem Aufbau des Ballons, der mit Heißluft beheizt wird, dauert etwa 20 Minuten. Gut eineinhalb Stunden schwebt der Wörther dann mit seinen Gästen durch die Landschaft.

 

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