BN kritisiert Zerstörung der Landschaft
Das Schutzgebiet im Bereich „Obere Zell“ soll für Gewerbe beschnitten werden. Dafür votierten Wenzenbachs Gemeinderäte.
BN-Ortsvorsitzender Hans Lengdobler (rechts) und Michael Maly üben scharfe Kritik an den Plänen der Gemeinde für ein Gewerbegebiet im Landschaftsschutzgebiet im Bereich „Obere Zell“.Foto: Schaeffer
Wenzenbach.
Die Gemeinde Wenzenbach will im Bereich Obere Zell ein Gewerbegebiet ausweisen. Dafür müssen etliche Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden. Dem stimmte die weit überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte mit 15 zu drei Stimmen (SPD) bei der Sitzung am Dienstag nach minimalst kurzer Diskussion zu.
Gegenüber der Ausfahrt von der B16 soll auf dem erheblich erweiterten Bereich rund um die ehemalige Sandgrube hier nach Plänen der „Ratisbona – Bauträger und Projektentwickler“, die im vergangenen Jahr im Gemeinderat vorgestellt worden waren, unter anderem zwei Lebensmittelmärkte – Aldi und Netto – sowie ein Drogeriemarkt entstehen. Die Pläne waren von der Mehrheit im Rat befürwortet worden. Das Thema Aldi-Ansiedlung war vor Jahren bereits heftig umstritten und letztlich am fehlenden Quorum für einen Bürgerentscheid gescheitert.
Massive Kritik gibt es auch diesmal von Seiten des Bund Naturschutz (BN). Michael Maly verweist auf die Einwände der Regierung der Oberpfalz: Das in Frage stehende Gebiet von rund 10000 Quadratmetern liege im Außenbereich und habe keine Anbindung zum Ortskern. Doch aufgrund dieses Einwands seien die Planer nun auf die Idee gekommen, das Gebiet einfach in Richtung Ortskern zu erweitern, bis vor zur B16. „Es wurde jetzt verdreifacht“, kritisiert Maly.
Das Gewerbegebiet solle „mitten in die Landschaft, mitten ins Landschaftsschutzgebiet“, empört sich der Agrar-Experte und verweist auf das schützenswerte Feuchtbiotop in der Mitte, die wertvollen Waldränder und die eingewachsene Hecke. Außerdem grenze hier direkt der Radweg an. Und BN-Ortsvorsitzender Hans Lengdobler ergänzt mit Blick auf die zunehmende Bodenversiegelung: Die landwirtschaftlichen Flächen würden ohnehin immer weniger, die Pachtpreise stiegen. „Für uns ist das ein Ausverkauf der Landschaft ohne Notwendigkeit.“

