Landkreis Regensburg 20.08.2012, 15:29 Uhr

Schwestern-Jubiläum vorgefeiert

Vier Ordensfrauen begingen gemeinsam nach 59 Jahren den Eintritt zu den Mallersdorfer Schwestern. Das Quartett fand nach langer Zeit in Rechberg wieder zusammen.

Sie feierten gemeinsam nach 59 Jahren ihren Eintritt ins Kloster Mallersdorf: Schwester Friedegund Achhammer, Schwester Regilind Eichenseher, Pater Josef Scheuerer, Schwester Simeona Seitz, Schwester Lukardis Niebler(von links) Foto: Seidl

Sie feierten gemeinsam nach 59 Jahren ihren Eintritt ins Kloster Mallersdorf: Schwester Friedegund Achhammer, Schwester Regilind Eichenseher, Pater Josef Scheuerer, Schwester Simeona Seitz, Schwester Lukardis Niebler(von links) Foto: Seidl

Von Reinhard Seidl, MZ

RECHBERG. Heutzutage können Klöster über Nachwuchsmangel genau so klagen wie Vereine. Das war durchaus mal ganz anders, erzählt Schwester Lukardis aus dem kleinen Dorf Rechberg, das mit seinen rund 230 Einwohnern zur Marktgemeinde Beratzhausen gehört. Schließlich gab es einmal 15 Klosterschwestern aus der Pfarrei Pfraundorf, die auch die Ortsteile Oberpfraundorf, Schrotzhofen, Unterpfraundorf und Rechberg einschließt und derzeit knapp 1000 Seelen zählt. Übrig blieben nur noch vier Ordensschwestern.

Den großen Frauentag nahmen die ehrwürdigen Mallersdorfer Schwestern Regelind, Simonena, Friedegund und Lukardis deshalb zum Anlass, um gemeinsam mit Pater Josef Scheuerer, der aus Oberpfraundorf stammt, in der Heiligen Muttergottes geweihten Wallfahrtskirche „St. Mariä Heimsuchung“ in Rechberg ein großes Wiedersehen zu feiern.

Sie danken dem Herrn

„Einerseits liegt die auf einem Felsenhügel erbaute Dorfkirche nicht weit entfernt von meinem Elternhaus, andererseits feierten dort die Frauen des Kath. Frauenbunds Oberpfraundorf seit Jahrzehnten den Frauentag mit Kräuterweihe mit einem großen Einzug ins Gotteshaus besonders festlich“, informierte die 72-jährige Nonne Lukardis. Die drei haben 2013 das Jubiläum, dem Eintritts ins Kloster, wirft die Schwester Friedegund ein. Fast taggenau, nämlich am 3. August 1953, trat sie mit Lukardis und Simonea in den Orden der „Mallersdorfer Schwestern“ ein. Gemeinsam fuhren wir damals als 14-, 13- und 19-Jährige nach Mallersdorf. Als 20-Jährige folgte 1956 Regelind, bürgerlich Mathilde Eichenseher aus Schrotzhofen, ins Mutterhaus der Franziskanerinnen.

„Da aber nur der Herrgott weiß, ob wir 2013 miteinander noch erleben dürfen, haben wir uns halt bereits heuer entschlossen, an diesem schönen Festtag der Muttergottes und dem Herrn zu danken“, erinnerte die 76-jährige Schwester Regelind pragmatisch an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens. Schließlich ist sie erst im September 2011 glücklich und gesund aus der Mission in Südafrika nach Mallersdorf zurückgekehrt. Über 39 Jahre arbeitete sie dort mit am Aufbau der Filiale und im Aidskrankenhaus. Ihre jüngere Schwester Helene war zu dieser Zeit bereits als Missionsschwester Anna in Südafrika und ist dort im Dezember 1987 verstorben und dort auch begraben.

 

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