Landkreis Regensburg 12.10.2012, 18:07 Uhr

Mäuse und Käfer fühlen sich wohl

Die Mintrachinger Krippe ist schon rappelvoll. Derzeit wird der zweite „Schwung“ eingewöhnt. Im neuen Kinderhaus ist am Sonntag Einweihung.

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Der zweijährige Tizian liebt den „Meister“. Bürgermeister Kurt Senft spielt gerne mit. Fotos: Jaumann

Der zweijährige Tizian liebt den „Meister“. Bürgermeister Kurt Senft spielt gerne mit. Fotos: Jaumann

Von Michael Jaumann, MZ

Mintraching. Der kleine Tizian hat Kurt Senft ins Herz geschlossen. Seit die Kinder der im September neu eröffneten Krippe den Bürgermeister im Rathaus besuchten, hat der „Meister“ bei dem Zweijährigen einen schweren Stein im Brett. Jedes Mal, wenn der „Meister“ in der Krippe vorbeischaut, belegt ihn Tizian mit Beschlag.

Tizian gehört zum ersten Schwung Kinder, die in der auf 24 Plätze ausgelegte Krippe aufgenommen wurden. Jeweils zwölf Kinder, aufgeteilt in die Mäusegruppe und die Käfergruppe wurden und werden im September und Oktober nach dem sogenannten Münchner Eingewöhnungsmodell an die Krippe herangeführt, erklärt Kinderpflegerin Sabrina Koch von der Mäusegruppe. Dabei sind die Kinder in der ersten Woche zunächst zwei Stunden mit Mama oder Papa da und gehen dann wieder heim. In der zweiten Woche sind die Kleinen dann schon ein halbes Stündchen alleine da, während die Eltern draußen auf Abruf parat sind.

Und so steigert sich die Trennung von den Eltern, bis die Kinder nach einer Eingewöhnungszeit von etwa vier Wochen alleine bleiben können. Wobei alleine nicht ganz das richtige Wort ist, denn schließlich sind in den beiden Gruppen nicht nur jeweils ein rundes Dutzend Spielgefährten da, sondern auch noch in der einen Gruppe eine Erzieherin, eine Kinderpflegerin und eine Jahrespraktikantin und in der anderen Gruppe eine Erzieherin und zwei Kinderpflegerinnen.

Bei manchen Krippenkindern sind auch schon die älteren Geschwister hier. Denn die Krippe unter Trägerschaft der Kirchenstiftung ist nahtlos an den bereits bestehenden Kindergarten angebaut. Für 124 Kinder hat Gesamtleiterin Renate Hirschmann nun die Verantwortung. Die beiden kirchlichen Einrichtungen unter einem Dach werden künftig „Kinderhaus St. Raphael“ heißen.

Zwischen einem Jahr und zweieinhalb Jahren sind die kleine Mäuse und Käfer alt. Die räumliche und personelle Einheit ermöglicht einen sanften Übergang von der Krippe zum Kindergarten. Zweimal jährlich, im September und im Februar will Renate Hirschmann die Krippenkinder in den Kindergarten überführen. Der Kindergarten hat übrigens von der Krabbelstube, die anstelle eines Gasthauses erbaut worden ist, mächtig profitiert. So hat die Gemeinde als Bauherr einen Mensaraum als verbindendes Element zwischen den beiden Bauteilen errichten lassen, obwohl er nicht von der Regierung gefördert wurde. In dem hellen Raum lassen es sich die Kinder sichtlich schmecken. Auch einen Bewegungsraum für die Krippe hat die Gemeinde ohne Förderung bauen lassen. Insgesamt hat sie 1,2 Millionen Euro aufgewendet, 550000 Euro wurden gefördert. Durch den Umbau musste auch der Kindergarten nachgerüstet werden – mit Notausgängen zum Beispiel und einer Notrutsche, die bei den Kindern als Spielgerät bestens ankommt. Vor allem, wenn der „Meister“ dabei ist…

 

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