Landkreis Regensburg 24.10.2012, 17:17 Uhr

Maximilian-Spital wird abgerissen

Anstelle des alten Krankenhauses in der Regensburger Straße in Hemau soll eine Wohnstätte der Lebenshilfe gebaut werden. Eine lange Geschichte geht zu Ende.

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Die Bagger sind mit den Abrissarbeiten am alten Hemauer Krankenhaus beschäftigt. Foto und Repro: Popp

Die Bagger sind mit den Abrissarbeiten am alten Hemauer Krankenhaus beschäftigt. Foto und Repro: Popp

Von Beate Popp, MZ

Hemau. Ein Monument der Hemauer Geschichte wird bald dem Abrissbagger zum Opfer gefallen sein. Das ehemalige Krankenhaus, in dem viele Hemauer Bürger das Licht der Welt erblickt haben, wird abgerissen. Jetzt soll Platz werden für ein behindertengerechtes Wohnheim, das die Lebenshilfe Regensburg errichten will. Viele Hemauer stehen täglich vor den Resten des alten Gebäudes und fragen sich, was kommt wohl jetzt dort hin?

In den Chroniken steht zu lesen, dass die Errichtung eines Spitals oder Armenhauses durch die Kommune bereits um 1630 geplant war. Tatsächlich gebaut wurde diese Wohlfahrtseinrichtung wohl aber erst später. Und zwar nicht wie ursprünglich vorgesehen in der oberen, sondern in der unteren Vorstadt an der Regensburger Straße. Dort ist das Gebäude ab 1686 nachgewiesen. Da es Anfang des 19. Jahrhunderts für unmöglich erachtet wurde, das enge und dumpfe Gebäude zu einer modernen Krankenanstalt umzubauen, setzte der damalige Landrichter Josef Eder alle Hebel in Bewegung, um einen Neubau zu errichten.

Am 16. Februar 1824 erfolgte die Grundsteinlegung für das sogenannte „Maximilian Joseph’s Armen- und Krankenspital“ oder kurz „Maximilian-Spital“. Anfangs war das Krankenhaus eher ein Armenhaus, erst 1840 wurde es zu einem Krankenhaus, das größtenteils Mägde, Knechte, Dienstboten und das ganze arbeitende Volk behandelte, das sich keine medizinische Versorgung leisten konnte.

Ab 1859 war in diesem Gebäude, das in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts noch um einen Anbau erweitert wurde, das Distrikts- bzw. Kreiskrankenhaus untergebracht. Um 1930 wurde die Einrichtung um einen Operationssaal erweitert. Erst in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde aus dem „Maximilian-Spital“ eine Krankenanstalt für die ganze Bürgerschaft.

Der nach dem Weltkrieg erforderliche Neubau des Krankenhauses wurde zwischen 1953 und 1956 an der Wittelsbacherstraße errichtet. Das Gebäude „Altes Krankenhaus“ ging anschließend an das Kinderheim über. Zahlreiche Umbau- und Anbaumaßnahmen wurden getätigt. Im Jahre 1993 wurde aus einem Teil des Kinderheims der heutige Nardini-Kindergarten. Die letzten Jahre stand das Gebäude leer, bis es an die Lebenshilfe verkauft wurde.

 

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