Kneitinger Brücke bleibt ein Thema
Während die Pfaffensteiner Brücke in Regensburg nach Stadtzahlen noch im grünen Bereich ist, ist sie nach Landkreiszahlen überlastet. Bei seiner Klausurtagung spricht der Kreistag über diese Zahlen und beugt sich der Stadt – trotzdem bleibt er beharrlich.
Die geplante Parallelbrücke zur Pfaffensteiner Brücke beschäftigte den Kreistag bei seiner Klausurtagung am Ammersee. Foto: MZ-Archiv
Landkreis. „Die Kneitinger Brücke ist gestorben“, hatte der Regensburger OB Hans Schaidinger kürzlich bei einer Pressekonferenz von CSU-Kreistags- und Stadtratsfraktion gesagt. Der Kreistag ist da anderer Ansicht, auch wenn er neuerdings das Wort „Kneitinger“ meidet.
Bei seiner Klausurtagung am Ammersee respektierte das Gremium die Haltung der Stadt. Man unterstütze das Vorhaben, die technische Machbarkeit und die Verkehrsbedeutung einer Parallelbrücke zur Pfaffensteiner Brücke zu prüfen, lautete der Tenor. Zuvor hatte Landrat Herbert Mirbeth noch darauf verwiesen, dass die Stadt bei der Verkehrsbedeutung mit Zahlen arbeite, die seiner Ansicht nach keinen Sinn machen. Denn die Stadt gehe von einem Jahresdurchschnitt aus, in dem auch sämtliche Samstage, Sonntage und Feiertage enthalten sind. „Dann ist natürlich wenig Verkehr“, betonte der Landrat.
Die Studie des Landkreises gehe dagegen vom dem Verkehr an Arbeitstagen aus, dann, wenn die Pfaffensteiner Brücke die Verkehrsspitzen bewältigen muss. Der Unterschied: Während die Brücke nach Stadtzahlen gerade noch im grünen Bereich ist, ist sie nach Landkreiszahlen überlastet. Auch zur technischen Machbarkeit gibt es nach Mirbeths Angaben unterschiedliche Aussagen. Doch all das solle die gemeinsame Prüfung klären, sage Mirbeth und gab eine wichtige Neuerung der Lenkungsgruppe aus Stadt und Landkreis bekannt: Die Verkehrszahlen für die Brücke sollen aktualisiert werden, gewünscht ist eine Prognose bis zum Jahr 2030.
Mirbeth bat die Kreisräte um Zustimmung, für diese Prüfung der Pfaffensteiner Parallelbrücken schon 2013 Mittel bereitzustellen. Der Landrat will damit sicherstellen, dass die Prüfung nicht auf den St. Nimmerleinstag verschoben wird. „Das mus bald und schnell erfolgen.“ Sollte sich dabei herausstellen, dass die Parallelbrücke aus technischer Sicht oder aus Verkehrsgesichtspunkten keinen Sinn macht, müsse eine Brücke „westliche der Pfaffensteiner Brücke“ das neue Ziel von Stadt und Landkreis sein. Dafür sprach sich der Kreistag einstimmig aus. (cs)

