Regensburg 23.10.2007, 00:00 Uhr

Winterreifen: Von O bis O

Hand aufs Herz: Haben Sie schon Ihre Winterreifen aufziehen lassen? Nein? Dann wird es allerdings höchste Zeit.

Jetzt ist es allerhöchste Zeit für den Winterreifenwechsel. Foto: MZ-Archiv/Christian Kober

Jetzt ist es allerhöchste Zeit für den Winterreifenwechsel. Foto: MZ-Archiv/Christian Kober

Von Hans Scherrer, MZ

REGENSBURG. In unseren Breiten herrscht im Durchschnitt 185 Tage lang Winterreifenwetter, hat die „Initiative Pro Winterreifen 2007“ (www.pro-winterreifen.de) ausgerechnet. Gleichzeitig stellt die Initiative fest, dass Autofahrer mit Winterreifen nicht nur bei Schnee, sondern auch bei Eis, Regen und Hagel sicherer unterwegs sind. Und ein Winterreifen, der nur noch vier Millimeter Profil aufweist, ist zumindest auf Schnee immer noch besser als ein neuer Sommerreifen, stellt der ADAC fest, schränkt allerdings gleichzeitig ein, „dass Winterreifen mit jedem Millimeter Profil ihre typischen Eigenschaften verlieren.“ Dabei beruft sich der Club auf das Ergebnis eines Tests, den er zusammen mit seinen europäischen Partnerclubs und der Stiftung Warentest durchgeführt hat.

Geprüft wurde das Fahr- und Bremsverhalten auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn. Am deutlichsten fielen laut ADAC die Unterschiede auf Schnee auf, war hier doch der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h beim Reifen mit vier Millimetern um 3,2 Meter länger gewesen als beim Neureifen. Noch gravierender fielen die Unterschiede bei der Zugkraft aus: Der Reifen mit 7,5 Millimetern Profil hatte demnach 40 Prozent an Zugkraft gegenüber den Neureifen eingebüßt, der 4-Millimeter-Reifen gar die Hälfte. Und komplett versagt hatte ein Sommerreifen, der beim Test eingesetzt wurde. So habe er nur noch knapp ein Viertel der Zugkraft eines neuen Winterreifens erreicht; sein Bremsweg bei Tempo 30 habe sich um 7,5 Meter verlängert.

Überdies weist der ADAC darauf hin, dass es auf Nässe zur Vermeidung von Aquaplaning wichtig ist, dass das Profil möglichst viel Wasser aufnehmen und verdrängen kann. Ein auf vier Millimeter heruntergefahrener Reifen „schwimmt“ schon bei 63 km/h, während dies beim Neureifen erst ab 87 km/h der Fall ist. „Beim Nass-Bremsen mit Tempo 80 kommt es vor allem auf die Gummimischung an“, so der Club, doch auch hier habe der abgefahrene Reifen sieben Prozent mehr Bremsweg benötigt.

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