Regensburg 05.03.2008, 00:00 Uhr

Abschiedsfeier in der Henna-Nacht

Das „Frauenfrühstück interreligiös“ informierte in der Moschee über türkisches Brauchtum.

Die Braut ist der Mittelpunkt der Henna-Nacht. Foto: Kilgert

Die Braut ist der Mittelpunkt der Henna-Nacht. Foto: Kilgert

Mit der Henna-Nacht bot das „Frauenfrühstück interreligiös“ in den Aufenthaltsräumen der Moschee eine außergewöhnliche Veranstaltung. Vor allem die türkischen Frauen waren dabei angesprochen worden, da es sich um einen typisch türkischen Brauch handelt. Gertrud Kilgert und Ayse Sahin vom „Frauenfrühstück interreligiös“ erklärten, dass man so die türkisch/muslimischen Traditionen in Neutraubling „ein wenig bekannt“ machen wolle.

„Vor allem auch die deutschen Frauen interessieren sich sehr dafür, wie eine solche Henna-Nacht abläuft“, sagte Gertrud Kilgert zur MZ. „Es soll damit gezeigt werden, dass muslimische Frauen auch außer Haus Feste feiern, mit anderen Frauen tanzen und miteinander Spaß haben.“ Bei der Henna-Nacht in Neutraubling waren sieben Nationalitäten vertreten: Türkei, Deutschland, Tunesien, Albanien, Indonesien, China, Thailand, Indien.

Fester Bestandteil jeder Hochzeit

120 Frauen interessierten sich für diesen besonderen Brauch, bei dem es um die Abschiedsfeier einer Braut von ihren Verwandten und Freundinnen geht. Henna ist eine Pflanze, aus deren Blüten ein Substrat gewonnen wird, das im Orient zum Bemalen verwendet wird. Diese Pflanze wird von der Familie des Bräutigams feierlich der Familie der Braut übergeben. Prophet Mohammed hatte den Überlieferungen zufolge eine Vorliebe für diese Pflanze. Die Henna-Nacht ist deshalb fester Bestandteil jeder Hochzeit in der islamischen Welt.

Eine Goldmünze öffnet die Hand

Die Henna-Nacht beginnt mit Musik, Essen und Tänzen. Dann zieht die verschleierte Braut mit ihren Freundinnen ein, nimmt in deren Mitte Platz, in den Händen die festlich geschmückte Henna-Schale. Eine „würdige Person“ versucht, der Braut Henna auf die Handfläche aufzutragen. Doch diese weigert sich, die Hand zu öffnen, weil sie auf ihre „Belohnung“ wartet. Die Schwiegermutter kommt und legt der Braut eine goldene Münze in die Hand. Jetzt öffnet die Braut die Hand und ihre Handfläche wird mit Henna bemalt. Die Mutter der Braut verabschiedet sich unter Tränen von ihrer Tochter. Danach folgen Gesänge und Tänze. Auch in Neutraubling versuchten sich die Frauen aller Nationalitäten mit großem Spaß an den orientalischen Tänzen. Da diese Veranstaltung bei den Frauen sehr gut ankam, plant das „Frauenfrühstück interreligiös“ jetzt ein deutsches Fest als Einladung an die türkischen Frauen. (lla)

 

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