Regensburg 13.03.2008, 19:00 Uhr

Großbrand: Muss Regensburger Brücke abgerissen werden?

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Die Regensburger Feuerwehr im Einsatz. Foto: altrofoto.de

Die Regensburger Feuerwehr im Einsatz. Foto: altrofoto.de

„Die Schleuse brennt“ Ich muss hier raus“, so meldete sich am Donnerstag gegen 10.10 Uhr der Schleusenwärter am Europakanal bei der Polizei-Einsatzzentrale und erlitt einen Schock. Der Not-und Alarmruf löste bei Polizei und Städtischer Berufsfeuerwehr einen Großeinsatz aus. Die Integrierte Rettungsleitstelle organisierte den Rettungsdienst, etwa Notärzte, Helfer und Kriseninterventionsdienst.

Grund für das gegen 11 Uhr gestoppt Feuerinferno: Das niederländische Frachtschiff „Sento Rotterdam“ N 02329249 war in der Europakanal-Schleuse gegen die Protzenweiherbrücke gestoßen. Eine Gasleitung wurde zerstört, das ausströmende Gas entzündete sich sofort. Die Hitze war so groß, dass die Stahlträger teilweise schmolzen.

Nach den ersten Ermittlungen könnte eine Unachtsamkeit oder ein technischer Defekt verantwortlich für den Unfall sein. Arbeitshypothese: Der auf dem Frachtschiff montierte Auslegekran (Hubgewicht 1750 Kilo) war nicht eingefahren, als die stromabwärts fahrende „Sento Rotterdam) sich unter der Brücke befand. Möglicherweise löste sich der Kran auch – oder wurde zu früh ausgefahren? Die Kripo geht jetzt all diesen Fragen nach.

„Können nicht direkt löschen“

Wie Beobachter dem MZ-Reporter erzählten, setzte der Schiffsführer die „Sento Rotterdam“ in die Schleusenkammer zurück, als die Brücke brannte. Zunächst hieß es, ein Matrose der fünfköpfigen Crew sei vermisst. „Aber das hat sich als nicht richtig aufgeklärt“, so Polizeisprecher Michael Rebele beim Pressegespräch an der Schleuse.

„Wir können nicht direkt löschen. Wir können nur das Umfeld mit Wasser kühlen“, erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Ernst Krückl von der Städtischen Berufsfeuerwehr. Gegen 11 Uhr war dann plötzlich nichts mehr von den Flammen zu sehen und vom ohrenbetäubenden Krach zu hören.

Rewag-Mitarbeiter hatten die Gaszufuhr gestoppt, also Hebel umgelegt. „Die Hochdruck-Gasleitung ist leergebrannt. Die kaputte Gasleitung wird noch mit Stickstoff ausgespült“, erklärte Rewag-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach vor Journalisten.

„Es ist glimpflich abgegangen“

OB Hans Schaidinger war ebenfalls an der Unfallstelle geeilt. „Es ist noch glimpflich abgegangen“, so sein erster Kommentar. Die Gasversorgung der Bevölkerung sei allerdings gesichert. „Keiner muss jetzt in einer kalten Wohnung sitzen“, wies der Rathauschef Befürchtungen zurück. Er kündigte die komplette Sperrung der Protzenweiherbrücke an, „auch für Fußgänger“.

„Die Brücke ist irreparabel beschädigt. Sie muss wohl abgerissen werden“, informierte am Nachmittag Mareike Bostelmann vom Regensburger Wasser-und Schifffahrsamt auf Anfrage. Diskutiert werde noch eine vorübergehende „Sicherung“ der Brücke als Notbehelf. Die Schifffahrt, so die stellvertretende Amtsleiterin, sei für die nächste Zeit eingestellt.

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