Regensburg 01.05.2008, 00:00 Uhr

Migräne: Ja nicht mehr leiden als nötig!

Wie man Migräne meistert, erläuterte ein Spezialist. Sein Rat: Statt zu leiden frühzeitig Medikamente aus der Gruppe der Triptane einnehmen.

Dr. Jan Brand, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein erklärte, wie man Migräne meistern kann. Foto: Klein

Dr. Jan Brand, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein erklärte, wie man Migräne meistern kann. Foto: Klein

Von Heinz Klein, MZ

Weil nicht alle Migränegeplagten in Deutschlands einzige Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein kommen können, kommt der Chefarzt der Klinik eben zu den Migräne-Patienten. Vor zehn Jahren begann Dr. Jan Brand seine Info-Tour. Im Regensburger Gewerbepark hielt er nun seinen 285. Vortrag. Seine Botschaft: Man kann Migräne zwar nicht heilen, aber man kann viel dafür tun, dass die Migräneanfälle weniger und weniger schrecklich sind. „Leiden Sie nicht mehr als unbedingt nötig“, bat Brand seine 130 Zuhörerinnen (und einige wenige anwesende Männer).

Schmerzmittel für eine Milliarde

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland (überwiegend Frauen) sind von drei, vier kurzen Migräneanfällen im Jahr geplagt. Das lasse sich mit den üblichen Schmerzmitteln in den Griff bekommen, sagte der Chefarzt. Anders sieht es bei den ebenfalls vier Millionen Patienten aus, die unter häufigen und massiven Migräne-Attacken leiden. Diese Patienten bräuchten gute und moderne Medikamente, die sogenannten Triptane, forderte Jan Brand. Dass manche Ärzte diese Medikamente aufgrund der Kosten (fünf bis sechs Euro pro Tablette) nur zögernd verschreiben, empört den Chefarzt. Die Folge sei, dass Migräne-Patienten gar nicht mehr zum Arzt gingen, sondern sich in der Apotheke mit handelsüblichen Schmerzmitteln versorgen. Im Jahr 2005 wurden in Deutschland für eine Milliarde Euro frei verkäufliche Schmerzmittel umgesetzt, wusste der Migräne-Arzt. Die Menschen schluckten viel zu viel Schmerzmittel, bis sie davon abhängig und krank werden. „Wer pro Woche acht oder mehr Schmerztabletten nimmt, kann darauf warten, bis das sein Magen nicht mehr mitmacht“, warnte Brand. Er empfahl, zumindest Schmerztabletten mit nur einer Wirksubstanz (ohne Koffein oder Codein) zu wählen. „Die machen wenigstens nicht so schnell abhängig.“

 

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