Regensburg: Steinerne Brücke sorgt für Koalitionskrach
Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Margit Wild ist am Mittwoch schwer mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger ins Gericht gegangen. Über die Totalsperrung der Steinernen Brücke seien nicht einmal die Stadtrats-Fraktionen informiert worden, monierte sie. „Das hätte man besprechen müssen“, sagte Wild und äußerte den Verdacht, „dass Schaidinger mit dieser Maßnahme bewusst Druck auf die Bevölkerung ausüben will“, getreu dem Motto: „Bürger, erkennt es endlich, dass wir eine Ersatzbrücke für die Steinerne Brücke brauchen!“ Der OB habe völlig ohne Not in der Bevölkerung Hektik und Unruhe ausgelöst.
Hans Schaidinger reagierte verärgert: „Wenn sich Frau Wild informiert hätte, hätte sie diese unglaubliche und falsche Äußerung nicht getan.“ Er habe in Sachen Steinerne Brücke eine Eilentscheidung treffen müssen. Es liege in der Natur einer Eilentscheidung, dass er den Stadtrat nicht informieren könne.
Schaidinger wies darauf hin, dass er jetzt das tue, was Wild selbst in der Koalitionsvereinbarung unterzeichnet habe, nämlich dass im Herbst die Alternativen im Blick auf eine Ersatztrasse geprüft werden. „Und dass wir uns dann auf die Lösung, die den Interessen der Stadt am ehesten entspricht, verständigen.“
Der Oberbürgermeister erinnerte an Bürgerversammlungen, in denen er immer wieder Hinweise bekommen habe, die Brücke sofort zu sperren. „Ich glaube, Frau Wild stand da nicht abseits. Da vermisse ich von ihr schon ein Stück Ehrlichkeit. Diese Krokodilstränen verstehe ich nicht.“



