Regensburg 17.03.2009, 00:00 Uhr

Wie zu Schuberts Zeit

Äußerst vergnügliche „Schubertiaden“ im gut besuchten Wolfgangsaal

Von Gerhard Heldt, MZ

Es war ein Abend, wie ihn Franz Schubert im Kreis seiner Künstlerfreunde pflegte – eine „Schubertiade“. Schülerinnen und Schüler des Domspatzen-, des Albrecht-Altdorfer- und des Werner-von-Siemens-Gymnasiums (Leistungskurs Musik K 13) überraschten im gut besuchten Wolfgangsaal mit niveauvollem Programm. Wie seinerzeit üblich, standen Lieder und Klavierstücke des Komponisten im Mittelpunkt. Bernhard Mayer (Domspatzengymnasium) hatte den gelungenen Abend vorbereitet und war sein kundiger Moderator.

Im sängerischen Bereich gefielen die Domspatzentenöre Uwe Gottswinter, Benedikt Riedl, Florian Neubauer und Julian Freibott mit gut sitzenden und geführten Stimmen. Hier und da schien der Sinn der gesungenen Texte noch nicht vollständig erfasst. Julian Freibott zeigte höchst ansprechende Leistungen; er ist auf dem Weg zu einem Sänger mit lyrischem Schmelz wie Durchschlagskraft und dramatischem Impetus. Bei seinen drei Kollegen hörte man die Jahre erfolgreicher Chorarbeit deutlich heraus, was für den solistischen Gesang indes kein Nachteil ist. Julia Malinowski, Tobias Baierl und Josef Weinzierl waren sicher stützende Begleiter, Michael Pernpeintner spielte seinen Part bei zwei der diffizilsten Lieder aus der „Schönen Müllerin“ souverän auswendig! Die beiden vierhändigen Klavierwerke: „Grande Marche“ Nr. 2 (1824) und der berühmte „Militärmarsch“ D-Dur op. 51,1, waren bei Josef Weinzierl und Tobias Baierl sowie bei Lilian Peters und Tobias Baierl bestens aufgehoben.

Aufgelockert wurde die Folge von Klavier- und Gesangswerken durch zwei Bearbeitungen Schubertscher Lieder von Th. Böhm; Franziska Zehender (Flöte) und Julia Malinowski (Klavier) waren hier die Interpreten. Solistisch stellten sich Julia Malinowski mit der Nr. 4 cis-Moll und Lilian Peters mit den Nummern 2 A-Dur und 3 f-Moll aus den „Moments musicaux“ op. 94 vor; beiden gelang die Nachzeichnung Schubertscher Empfindungen, schwebend zwischen Melancholie und Zuversicht, eindrucksvoll.

Nach der Pause empfingen „Wiener Ländler“ von Josef Lanner, gesetzt für Streichquartett und munter dargeboten, das Publikum, das mit dem Wiener Lied „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ (nach Josef Strauß), zwei Trinkliedern und zwei Männerchorsätzen von Schubert, vorgetragen von sieben Sängern („Die Biedermeier“) und, am Klavier ergänzt um einen achten („Die Schubertianer“), beglückt wurde. Ein sehr vergnüglicher Abend, der mit einem „Gute Nacht“-Lied ausklang.

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