„Der Fall Tennessee Eisenberg genießt nun oberste Priorität“
Es war am 30. April, als der Musikstudent Tennessee Eisenberg bei einem Polizeieinsatz durch mindestens zwölf Schüsse getötet wurde. Die Umstände dieses Vorfalls sind bis heute noch nicht geklärt. Aufschluss erhoffen sich die Hinterbliebenen von einem Gutachten, das in der kommenden Woche vorliegt.
Dies ist dann bereits das zweite Gutachten. In Auftrag gegeben wurde es von Tennessees Familie, nachdem der Obduktionsbericht der rechtsmedizinischen Abteilung Erlangen noch eine Reihe von Fragen offengelassen hat. Nach Auskunft von Thomas Tesseraux, der die Interessen des Bruders von Tennessee Eisenberg vertritt, soll unter anderem geklärt werden, wie es möglich ist, dass sich jemand, der von zwölf Schüssen getroffen ist, noch durch das Treppenhaus bewegen kann. Ungeklärt ist auch die Frage, in welcher Weise die Beamten Pfefferspray eingesetzt haben. Denn bislang seien nur Spuren des Sprays am T-Shirt, nicht aber im Gesicht oder in der Mundhöhle des Getöteten entdeckt worden.
„Auch die Unterlagen, die uns das LKA zur Verfügung gestellt hat, reichen nicht aus, um die Sachlage hinreichend beurteilen zu können“, sagte Tesseraux auf Anfrage, zeigte sich aber zuversichtlich, dass das zweite Gutachten in der kommenden Woche fertiggestellt ist. Dass sich der Fall so lange hinzieht, hänge auch damit zusammen, dass der Gutachter – ein Privatdozent aus Münster – bislang mit anderen Mordfällen aus Nordrhein-Westfalen befasst war, deren Aufklärung hohe Dringlichkeit hatten. Der Fall Eisenberg genieße aber mittlerweile oberste Priorität, zitiert Tesseraux den Experten.
Übrigens: Tennessee Eisenberg ist immer noch nicht beerdigt, weil sein Bruder und seine Mutter zwischenzeitlich in Urlaub waren.



