Polizei rekonstruiert Fall Eisenberg am Tatort
Es ist der nächste Schritt im Fall Eisenberg: Am heutigen Dienstag rekonstruieren Staatsanwaltschaft und Polizei die Tat, bei der Ende April der Student Tennessee Eisenberg durch Polizeikugeln getötet wurde.
Der Tatort wurde am Vormittag weiträumig von einem Großaufgebot der Polizei abgeriegelt. Sogar Lastwagen des Technischen Hilfswerks (THW) sind vor Ort. Sie bauen ein Zelt auf, damit die Beamten unbeobachtet ermitteln können. Der Hof des Gebäudes in der Schwandorfer Straße ist damit auch nicht von oben oder für Anwohner einsehbar. Für Journalisten wurde eigens in einem nahe gelegenen Gasthof eine Art Pressezentrum eingerichtet.
Vor Ort hat die Staatsanwaltschaft Regensburg ein Schreiben verteilen lassen. „Im Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte wegen des Schusswaffengebrauchs zum Nachteil von Tennessee Eisenberg findet am 1.12.2009 am Tatort in Regensburg eine Tatrekonstruktion statt. Dies ist eine staatsanwaltschaftliche Ermittlungsmaßnahme, die von der KPI Amberg – die hier mit den Ermittlungen beauftragt ist – umgesetzt wird“, heißt es auf dem Blatt.
Ferner wird darauf verwiesen, dass diese Rekonstruktion nicht öffentlich ist, den Anwälten der Hinterbliebenen und der beiden beschuldigten Polizisten aber gestattet wurde, bei der Nachstellung dabei zu sein.
Der gesamte Ablauf der Tat soll durch Polizeibeamte in den verschiedenen Rollen nachgestellt werden. Zugrunde liegen dabei die Aussagen der Personen, die sich damals am Tatort aufhielten. Beamte und Rettungskräfte, die damals als Zeugen bei dem Einsatz waren, sollen ebenfalls vor Ort sein – so auch die beiden Beamten, die die tödlichen Schüsse abgegeben haben sollen. Mitarbeiter des LKA werden auch die Flugbahnen der abgefeuerten Kugeln rekonstruieren.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sollen die Ergebnisse der heutigen Rekonstruktion bei der abschließenden Entscheidung berücksichtigt werden. Ein Zeitpunkt, wann diese Entscheidung gefällt werden soll, steht noch nicht fest.



