„ediPost“: Regensburger vermutet Abzocke
Der Regensburger Bernhard Haschke wittert bei der Ulmer GmbH „ediPost“ kriminelles Tun. Er will andere warnen.
Post von „ediPost“: Das Anschreiben machte Bernhard Haschke (r.) und Geschäftsführer Heiko Asselborn stutzig.Foto: Weigel
Regensburg. Die Kritik von Versicherungsfachwirt Bernhard Haschke (42) fiel im MZ-Gespräch überdeutlich aus. „Ich vermute, dass da kriminell agiert, dass da abgezockt wird“, sagte er. Er wolle die Öffentlichkeit warnen. Sein „Bauchgefühl“ und eigene Recherchen hätten ihn dann davon abgehalten, den von „ediPost“ (electronic digital post) exklusiv angebotenen Agentur-Lizenzvertrag zu unterschreiben und 892, 50 Euro für eine sechsstündige Schulung im September zu zahlen. Bei der Schulung sollte er u.a. Lizenzurkunde, Zugangsdaten für das internetbasierte EDV-System, ein Starterpaket und Marketingmaterial erhalten.
Der in der Regensburger „Bavaria Assekuranz-Service GmbH“ beschäftigte Versicherungsfachmann hatte von der Ulmer Firma „ediPost“ ein Werbeschreiben bekommen. Da wird für eine Agenturausschreibung bzw. ein „neues Projekt der Bundesregierung“ geworben.
Im Schreiben, geschmückt mit dem amtlichen Bundesadler, wird auf die Registrierung von Bundesbürgern mit Blick auf eine „amtlich digitale eMail-Adresse“ hingewiesen. Wenn Bernhard Haschke Lizenz-Agenturvertreter werde, könne er bei der Registrierung einer Privatperson und einer gewerblichen Einrichtung jeweils zehn und 20 Euro Provision verdienen. Im übrigen sei er mit zehn Prozent beim gesamten Portoumsatz der von ihm registrierten Nutzer beteiligt, die ihre Post auf digitalen Empfang umstellen.
Hintergrund des professionell aufgemachten „ediPost“-Aktion: Die Bundesregierung will „DE-Mail“ möglich machen. Da ist das rechtsverbindliche und vertrauliche Versenden von Dokumenten und Nachrichten per Internet machbar. „DE-Mail“ erhöht die Sicherheit elektronischer Kommunikation. Ein Pilotprojekt der Bundesregierung lief erfolgreich am Bodensee. Allerdings muss dem Gesetzentwurf in Sachen „DE-Mail“-Praxis noch zugestimmt werden.


