Regensburg 10.08.2012, 19:42 Uhr

Radler: Wo in der Stadt der Schuh drückt

Die MZ begab sich auf Testfahrt und hat einige Orte ausfindig gemacht, an denen es in Regensburg für die Radfahrer eng wird.

Der Gehweg in der Landshuter Straße führt teils direkt an parkenden Autos vorbei-

Der Gehweg in der Landshuter Straße führt teils direkt an parkenden Autos vorbei-

Von Sebastian Heinrich, MZ

Regensburg. Die Radwege in Regensburg sind derzeit ein viel diskutiertes Thema. Unser MZ-Reporter hat die Brennpunkte genau unter die Lupe genommen.

Kumpfmühler Straße: „Rote Welle“ für Radler

Wer mit dem Fahrrad entlang einer Hauptverkehrsachse wie der Kumpfmühler Straße fährt, braucht Geduld. Auf den Radwegen geht es zwar flott voran. Aber sobald Zweiradfahrer an eine Kreuzung kommen, sehen sie meistens Rot. Radler erleben das Gegenteil einer „grünen Welle“. Hintergrund sind die Grünphasen der Ampeln, die nach Beobachtung von Klaus Wörle, Vorsitzender des Regensburger Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ziemlich einseitig zugunsten der Autofahrer geschaltet sind. Seitdem sich die Ampel-Schaltzeiten flexibel dem Verkehr anpassen, habe sich das Problem noch vergrößert. Die Stadtverwaltung argumentiert laut Wörle zwar, dass man den Autoverkehr abfließen lassen müsse. Doch der ADFC-Vorsitzende fordert mehr Mut: Wenn man die Grünphasen für Autos verkürze, mache man das Autofahren weniger attraktiv. Was dazu führen würde, dass diejenigen, die auch das Rad nutzen könnten, auf dieses umstiegen – wodurch sich der Autoverkehr wiederum verringern würde.

Wittelsbacherstraße: gefährlicher Radweg

Die Wittelsbacher Straße ist ein echtes Nadelöhr: Zu den Stoßzeiten wälzt sich hier fast täglich eine Blechlawine in Richtung Autobahnausfahrt Regensburg-West und zur Prüfeninger Straße hin. Die Radler sind hier schneller unterwegs. Aber nicht ganz ungefährlich: Der zur Fahrbahn hin erhöhte Radweg auf der Ostseite schließt direkt an die Wohn- und Geschäftsgebäude an – und somit an drei kaum einsehbare Ausfahrten, aus denen jederzeit ein Auto kommen könnte. Diese Radwegplanung ist laut ADFC-und Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein „Kind der 70er Jahre“ und wäre heute nicht mehr denkbar. Ihre Forderung daher: Spätestens bei der nächsten großen Sanierung der Straße sollte der Radweg in einen Fahrradstreifen umgewandelt werden, der ebenerdig zur Fahrbahn liegt.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo