Noch immer keine Spur von „Klausi“
Ist am Schwandorfer Klausensee tatsächlich ein Krokodil unterwegs? Um diese Frage zu beantworten, wurden nun Wildkameras aufgestellt.
Schwandorf. Im Konvoi fuhren Pressefahrzeuge am Dienstagabend zum Mittleren Klausensee: Reporter und Kameraleute von rund 20 Radio- und Fernsehsendern waren gegen 21.30 Uhr zum Treffpunkt gekommen. Der Grund für den Rummel: Die Suche nach der angeblichen Panzerechse. Bereits nach einer halben Stunde brach man die Aktion aber wegen einer aufziehenden Gewitterfront ab. Nun sollen Wildkameras am Ufer aufgestellt werden. „Wir hoffen, damit Bilder von dem Tier zu erhalten“, sagte Lothar Mulzer, Pressesprecher der Stadt Schwandorf.
Das angebliche Krokodil in einem Schwandorfer Badesee geht den Bewohnern allmählich auf die Nerven. Auf dem frisch gemähten Rasen des nahe gelegenen Naturbades herrscht gähnende Leere und besorgte Mütter verbieten ihren Kinder, alleine zum Mittleren Klausensee zu gehen. „In der Schule nennen die Kinder das Krokodil „Klausi“ - in Anlehnung an den Namen des Sees“, sagt eine Schwandorferin. Sie selbst ist hin- und hergerissen zwischen Sorge und Belustigung. „Ich habe schon ein ungutes Gefühl. Meinem zwölfjährigen Bub habe ich verboten, in dem See zu baden.“
Vor allem die Betreiberin der Seeklause im angrenzenden Naturbad Klausensee, Claudia Allwang-Wopper, ist genervt. „Seit Montag bleiben die Gäste weg.“ Sie beklagt erhebliche Umsatzeinbußen. Nur das Telefon stehe nicht mehr still, weil die Badegäste nachfragten, ob der Klausensee gesperrt sei. Dabei liegt das Gewässer, in dem das angebliche Krokodil entdeckt wurde, mehrere hundert Meter entfernt. Bei Schwandorf gibt es dutzende Seen und Weiher.
Die Wirtin ist auch von der Panik genervt - sie glaubt fest an eine Verwechselung: „Wir sind hier mitten in der Natur. Abends sieht man Fledermäuse, große Hechte, Karpfen und Biber. Da spielt die Fantasie schon mal einen Streich.“
Ein rund 70 Mann starker Trupp aus FFW-, THW-, BRK-, und Wasserwacht-Einsatzkräften startete am Dienstagabend nach Einbruch der Dunkelheit die Suche. Sechs Ruderboote waren am See mit Handscheinwerfern unterwegs. „In der Nacht reflektieren die Augen eines Krokodils“, erklärte Christian Schwendner, Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter. Um sich auf die nächtliche Suche vorzubereiten und um das Verhalten des Tieres besser einschätzen zu können, hatte sich die Stadt vorab mit dem Direktor des Nürnberger Tiergartens beraten. Am Dienstagabend war außerdem ein Reptilienexperte vor Ort.






