Schwandorf - Nachrichten 03.02.2010, 17:24 Uhr

Krise „zwingt“ Fronberg Guss zu Personalabbau

Vor einem Jahr noch verbreiteten Betriebsrat und Geschäftsleitung des Unternehmens Optimismus. Von einer Krise war beim Pressetermin im Februar 2009 nicht die Rede. Im Gegenteil: Für 2010 erwartete Geschäftsführer Florian Knippscheer sogar Neueinstellungen.

Heute stellt sich die Situation bei Fronberg Guss anders dar. Das Tochterunternehmen der Gienanth GmbH, die den Betrieb nach der Insolvenz übernommen hat, steckt in Schwierigkeiten. Eine Sprecherin des Unternehmens formuliert das so: „Fronberg Guss bewegt sich aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem zweiten Quartal 2009 in einem ausgesprochen schwierigen Marktumfeld“.

Das Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruchs, gerade im Maschinenbau, hat laut der Gienanth GmbH zu einem „erheblichen Auftrags- und Produktionsrückgang geführt. Auf Anfrage der MZ räumt der Konzern ein, dass auch die im vergangenen Jahr gewonnenen Neukunden die ursprünglich avisierten Produktionsmengen „deutlich zurückfahren mussten“. Bis heute registriert die Gienanth GmbH „konjunkturbedingt eine nach wie vor sehr zurückhaltende Nachfrage“.

Und die Aussichten für die Zukunft sind, wie dem Statement des Konzerns zu entnehmen ist, nicht gerade einfach. Sie bleiben „auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau“. Kein Anlass also zur Euphorie, zumal die aktuelle Situation und die Perspektiven auch personelle Konsequenzen haben werden. Die Gienanth GmbH jedenfalls lässt mitteilen, dass sie sich „bedauerlicherweise“ auch zu „personalseitigen Kostenreduzierungen“ gezwungen sieht.

Was das konkret für die Beschäftigten der Fronberg Guss bedeutet, dazu wollten sich weder die Betriebsleitung noch der Betriebsrat äußern. Fakt ist aber, dass in den vergangenen Monaten bereits Personal abgebaut wurde. Von 204 Mitarbeitern, die Anfang 2009 bei Fronberg Guss beschäftigt waren, wurden 24 bereits entlassen. Betroffen waren, wie Betriebsratsvorsitzender Stefan Ketzer betont, vor allem befristet Beschäftigte und Leiharbeiter.

Ketzer und sein Stellvertreter, Thomas Greitner, halten sich im Gespräch mit der MZ bedeckt. Sie verweisen auf laufende Verhandlungen, denen sie nicht vorgreifen wollen. Über wie viele Arbeitsplätze geredet wird, will niemand sagen.

Angesichts der düsteren Prognosen fällt die Einschätzung der Lage durch die Konzernsprecherin am Ende verhalten positiv aus: „Wir wissen, dass Fronberg strukturell in den richtigen Märkten aktiv ist“. Deshalb werde der Konzern die Restrukturierung „mit eigenen Mitteln unterstützen“.

 

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