Interessanter Einblick für Laien in die Geologie
Professor Harald Dill verfasste gemeinsam mit Berthold Weber „Die Oberpfälzer Flussspat-Anthologie“
Jürgen Ferschl (v. l.), Kurt Koppmann mit Prof. Harald Dill sowie den Bürgermeistern Hans Prechtl und Manfred Rodde blättern im neuen Werk. Foto: Röttenbacher
Nabburg.
„Bunte Steine“ haben die Menschen schon immer fasziniert, und sie waren auch immer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So auch das Wölsendorfer und Stullner Flussspatrevier, das in dem Buch „Die Oberpfälzer Flussspat-Anthologie“ vom Diplom-Geologen Professor Harald Dill und seinem Mitautor Berthold Weber aus Weiden behandelt wird. Nun wurde die wissenschaftliche Arbeit aus geologisch-mineralogischer, bergbauhistorischer, lagerstättenkundlicher und geomorphologischer Sicht im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bedeutender Bodenschatz
Bis 1997 war Flussspat der bedeutendste Bodenschatz der Region, wusste 2. Bürgermeister Kurt Koppmann, der neben Professor Dill, dem „Urgestein der Geologie“, auch Vertreter des Bergknappenvereins, Stadt- und Gemeinderäte der Umgebung, Kreis- und Ortsheimatpfleger und Vertreter der Regierung der Oberpfalz begrüßte. Bis heute werde die Bergbautradition mit dem Erhalt der Schaustollen und durch die Bergknappenvereine hoch gehalten, versicherte Koppmann. „Mit dem Buch ist ein Dokument geschaffen worden, das den Beruf des Bergmanns in der Erinnerung am Leben erhält“, sagte Koppmann.
Welche wirtschaftliche Bedeutung der Flussspat hatte, wird in der Flussspat-Anthologie auch für den geologischen Laien verständlich dargestellt. Es zeigt neben der wirtschaftlichen und technologischen Bedeutung des chemisch als Calciumsalz-Kristall in unterschiedlicher Färbung vorkommenden Flussspats auch geomorphologische Vorgänge in Jahrmillionen-Zeiträumen und die Methoden des Bergbaus auf.
Abbau weltweit in der Spitzenliga
Es ist ein „unterhaltsames“ Buch für alle, die sich der Geologie nicht nur als Wissenschaftler verschrieben haben. Dill bezeichnete bei der Buchvorstellung die Nabburger Vorkommen als „Gruben von Weltruf“. Der Abbau in der Oberpfalz habe „weltweit in der Spitzenliga mitgespielt“. Auch Stahl war nicht ohne Flussspat zu gewinnen. Auch wenn die Gruben in Stulln und Wölsendorf stillgelegt und verwaist seien, „die verbliebenen Flusspatvorkommen haben noch immer deutschlandweite Bedeutung für die Fluor-Industrie, und er ist ein wichtiges Mineral der Seltenen Erden,“ sagte der Buchautor.
Er wollte mit dem Buch in Mitautorschaft von Berthold Weber das auf historischer Bergbautradition aufbauende Fachwissen zusammenfassen und erhalten. „Da schließt sich ein Kreis aus Erinnern und Blick in die Zukunft,“ sagte Dill, denn auch weiterhin seien die Bodenschätze und der Bergbau von besonderer Bedeutung. Eine „Lesung“ aus seinem Buch erfolgte nicht, dafür vermittelten die Ausführungen des Geologen in lockerem Gesprächston einen besonderen Einblick in geologische Zusammenhänge, die Bodenschätze und ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Industrie. Zum Buch ist eine informative Broschüre herausgegeben worden, die den Inhalt zusammenfasst.

