Schwandorf - Nachrichten 11.05.2012, 14:45 Uhr

Tango und Foxtrott gegen Parkinson

Experten informierten im Reha-Zentrum Nittenau über neue Therapien und Medikamente gegen die Nervenkrankheit.


        Sie informierten beim Oberpfälzer Parkinson-Informationstag über Neuerungen in Therapie und Forschung (v.l.): Oberarzt Stefan Gräber, Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann, Prof. Dr. Thomas Henze.

Sie informierten beim Oberpfälzer Parkinson-Informationstag über Neuerungen in Therapie und Forschung (v.l.): Oberarzt Stefan Gräber, Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann, Prof. Dr. Thomas Henze.

Von Brigitte Brandl

Nittenau. Zum 15. Mal bereits hatte am Donnerstag das Reha-Zentrum Nittenau in Zusammenarbeit mit der Deutschen Parkinson-Vereinigung zu einem großen Informationstag rund um das Thema Parkinson geladen. Etwa 250000 Menschen des mittleren und fortgeschrittenen Lebensalters in Deutschland leiden an dieser Erkrankung, sodass das Interesse der Betroffenen und deren Angehörigen ungebrochen groß ist. Auch in der Cafeteria des Reha-Zentrums hatten sich alle Sitzreihen gefüllt, als Prof. Dr. Thomas Henze das Programm vorstellte.

Neue Medikamente

Mit den Neuerungen in der medikamentösen Behandlung setzte sich in einem ersten Referat Oberarzt Stefan Graeber auseinander. Demnach sei es ein erklärtes Ziel der derzeitigen Forschung, die Krankheit in Zukunft möglichst frühzeitig diagnostizieren zu können, um großflächige Nervenschädigungen von vorneherein zu verhindern. Wenn die ersten Symptome auftreten, wie etwa Zittern in Ruhe, Steifigkeit, verlangsamter Bewegungsablauf, sei die Krankheit nämlich schon lange im Gang, seien schon zu viele Dopamin produzierende Nervenzellen im Gehirn zerstört. Die medikamentöse Therapie ziele dann darauf ab, den ins Ungleichgewicht geratenen Dopamin-Haushalt im Körper des Patienten auszugleichen.

Das größte Problem bei der Medikamenteneinnahme sei der wechselnde Wirkspiegel über den Tag, so Graeber. Für wenige Stunden gleich nach der Einnahme habe man eine sehr hohe Wirksamkeit, die dann über den Tag immer mehr abflaue, sodass sich der Patient in einem ständigen Auf-und-ab-Zyklus mit Phasen von Überbeweglichkeit oder Bewegungsarmut befinde. Ziel sei deshalb ein Medikament, das einen beständig gleichmäßigen Wirkspiegel erzielt. Dieser Lösung sei man nun ein gewaltiges Stück näher gekommen. Einmal gäbe es dafür nun sogenannte Retard-Präparate, das seien Tabletten, die den Wirkstoff langsam und gleichmäßig abgeben, zum anderen sei seit kurzem ein Parkinson Pflaster mit dem Wirkstoff Rotigotin auf dem Markt, das nur einmal am Tag aufgeklebt werden müsse und über 24 Stunden die Beweglichkeit des Patienten gleichmäßig verbessere. Mit dem Einsatz des Pflasters habe man eine nochmalige Reduzierung der Nebenwirkungen erzielen können, da das Medikament den Magen-Darm-Trakt nicht mehr passieren müsse.


 

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