Schwandorf - Nachrichten 01.06.2012, 16:01 Uhr

Mit Imprägnier-Harz gegen die kleinen Poren

Das Hansa-Werk Burglengenfeld investiert in eine technologisch hochmoderne Imprägnier-Straße für Armaturen.


        In „Käfigen“ werden die Messing-Gussteile in das Imprägnierharz getaucht

In „Käfigen“ werden die Messing-Gussteile in das Imprägnierharz getaucht

Von Harald Kuchler

Burglengenfeld. Waschen, trocknen und imprägnieren: Beim Armaturenhersteller Hansa in Burglengenfeld müssen alle Armaturen mit „komplexem Innenleben“, wie etwa Thermostate, diesen Prozess durchlaufen. „Bisher hatten wir das ausgelagert, aber seit letztem Monat haben wir eine eigene Prozess-Straße im Werk installiert“, sagt Xaver Hake, Chief Operating Officer, im Werk Burglengenfeld. So spare man nicht nur eineinhalb bis zwei Wochen Transportzeit, sondern habe auch noch zwei neue Arbeitsplätze geschaffen, ergänzt Personalleiter Uwe Hugenbusch.

2,3 Millionen Euro investiert die Hansa Metallwerke AG insgesamt in den Standort Burglengenfeld für neue Anlagentechnik, Werkzeuge und Logistik. Derzeit hat das Werk Burglengenfeld 170 Mitarbeiter (ohne Altersteilzeit).

„Der Name Hansa steht für ein Höchstmaß an Qualität“, so Hake. Beim Gießen und mechanisierten Bearbeiten der Messing-Armaturen können jedoch immer wieder kleine Kratzer oder Porositäten entstehen. Diese seien nicht sofort sichtbar, könnten aber zu Qualitätsproblemen wie Undichtigkeit führen.

Mit einem recyclingfähigen Imprägnierharz werden die Gussteile deshalb in einer Wanne imprägniert, das Harz härtet bei hohen Temperaturen sofort aus. Zuvor werden die Teile mit Peroxid gereinigt, gewaschen und unter Vakuum getrocknet, was den Effekt der Imprägnierung erhöht.

„Frühere Technologiesysteme erzeugten zigtausende Liter Abwasser pro Tag“, so Diplom-Ingenieur Hake, jetzt brauchen wir noch nicht mal einen Abwasseranschluss. Bei dem neuen Ablauf fällt kein Abwasser an, das Imprägnierharz wird aufgefangen und kann sofort wiederverwendet werden.

Der Verbrauch an Harz, also der Anteil, der im Gussteil verbleibt, ist sehr gering, da es ja nur mikroskopisch kleine „Poren“ auszufüllen gilt.

„Natürlich müssen wir schauen, dass sich das Ganze rechnet“, so Hake „aber die Anlage wird sich innerhalb von zwei Jahren amortisieren.“

In der Summe stehe die Hansa AG gut da, sagen Hake und Hugenbusch: „Unser Ziel ist Wachstum“, was auch den Arbeitsplätzen zugute kommen könnte. Absatzrückgänge wegen der Eurokrise spüre man bisher nicht. Die Hauptabsatzmärkte Deutschland, Österreich und Schweiz seien davon nicht betroffen.


 

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