Bonhoeffer-Statue ohne Pathos
Der Künstler Quirin Bäumler hat der Stadt Burglengenfeld jetzt erste Fotos seines Entwurfs für das Denkmal geschickt
Der Kopf der Bonhoeffer-Statue in ihrem jetzigen Zustand zeigt die Plastik in Gips gegossen. Foto: Stadt Burglengenfeld
BURGLENGENFELD. Mein Gedanke war, Bonhoeffer als ruhige, zivile Person porträthaft zu zeigen. Ohne Pathos, ohne Symbole, nicht illustrierend. Künstler Quirin Bäumler hat der Stadt erste Fotos seines Entwurfs für die neue Bonhoeffer-Statue geschickt. Das Denkmal soll bis zum Bürgerfest Mitte August auf dem Bonhoeffer-Platz aufgestellt werden.
Dass Quirin Bäumler – er stammt aus Wernberg-Köblitz –lebt und arbeitet in Berlin. Dass er den Auftrag erhalten hat, geht auf eine Empfehlung von Ludwig Bäumler, Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz, zurück. Bäumler sagt: „Mit großem persönlichem Gewinn habe ich mich mit der Biografie und mit Schriften von Dietrich Bonhoeffer befasst.“ Schon als Kind hätten ihm seine Eltern bei Besuchen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg von Bonhoeffer erzählt. Zuletzt stand Bäumler häufig in Kontakt mit Pfarrer Burckhard Scheffler, der die Gedenkstätte Bonhoeffer-Haus in Berlin betreut. Der Pfarrer begleite das Projekt „wohlwollend und unterstützend“.
In einer aristokratischen Haltung
Bäumler sagt, seine Statue zeige Bonhoeffer in einer „aristokratischen, bestimmten, fordernden Haltung, die er trotz seiner bescheidenen Art auch hatte. Er steht für andere ein, steht ein für seine Haltung, ist für sich stehend, gewachsen aus seinem Glauben, herausgehoben in seiner Einsamkeit. Er exponiert sich, bekennt sich.“
Während die Statue Bonhoeffers Kopf sehr lebensnah und im Stile einer Porträt-Büste zeigt, ist die Darstellung des Körpers eher abstrakt. Künstler Bäumler beschreibt das so: „Der Körper ist mit seiner bewegten, fließenden, teilweise aufgerissenen Textur Metapher für sein Leben, für seine Zweifel, sein Ringen und seine Verletzungen, aber auch für sein barockes, dem Leben zugewandtes Wesen. Als Gesamtes wirkt der Corpus allerdings ruhig und gefestigt.“
Die Figur als Ganzes solle „existenziell und zwingend wirken, ruhige Entschiedenheit ausstrahlen. Der Körper ist als Negativ modelliert. Dadurch entsteht eine Struktur, die ungewöhnlich ist und schwer zu fassen. Sie zwingt zur Auseinandersetzung. Es gibt eine Bewegung von innen nach außen“. Ein weiterer Vorschlag Bäumlers lautet, an der Rückseite schrägstehend eine Bronzetafel anzubringen mit folgendem Zitat Bonhoeffers: „Tat: Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit. Leiden: Wunderbare Verwandlung. Die starken, tätigen Hände sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende deiner Tat. Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit, dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.“

