Schwandorf - Nachrichten 10.06.2012, 14:07 Uhr

Türkische „Kermes“ gefeiert

Der Samstag und der Sonntag standen zum dritten Mal im Zeichen von Gastfreundschaft. Die Führungen durch die Moschee waren beliebt.

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Imam Akif Sekmen (2. v. r.) und Halil Cagan, der Vorstand der türkisch-islamischen Kulturgemeinde (3. v. l.) mit Freunden in der orientalischen Sitzecke (oben). Fotos: Zwick

Imam Akif Sekmen (2. v. r.) und Halil Cagan, der Vorstand der türkisch-islamischen Kulturgemeinde (3. v. l.) mit Freunden in der orientalischen Sitzecke (oben). Fotos: Zwick

Schwandorf. Wochenlang hatten die Mitglieder der türkisch-islamischen Kulturgemeinde Schwandorf, allen voran die Frauen, ihre „Kermes“ vorbereitet. Am Samstagvormittag bauten sie die Pavillons, Bänke und Tische auf und nachmittags durchzogen wohlriechende Düfte und der Rauch des Grills die Amberger Straße in Krondorf. Hier befindet sich seit 1988 die Moschee. Zuvor war sie ein Jahr lang am Volksfestplatz in einer alten Lagerhalle.

Zum dritten Mal standen der Samstag und Sonntag ganz im Zeichen von Gastfreundschaft und Gastlichkeit, die hier groß geschrieben werden. 170Familien zählt der Verein zu seinen Mitgliedern – und zahlreich waren sie auch gekommen, um ihre „Kermes“ zu feiern. Aber auch deutsche Besucher mischten sich zahlreich darunter und feierten ohne jegliche Berührungsängste zwischen den Kulturen miteinander.

Ein großes kulinarisches Angebot wurde den Gästen geboten. So gab es Köfte (türkische Fleischpflanzerl), Lahmacun (türkische Pizza), die auf einer mit Feuer beheizten Platte zubereitet wurden, Manti (gefüllte Teigbällchen nach türkischer Art mit Joghurtdressing) und Tatli Cesitleri (verschiedene Süßigkeiten und Gebäck. Des Weiteren bereiteten die Männer frische, gegrillte Truthahnspieße und Döner vom Drehgrill zu. Aber auch Weizengrütze leicht scharf und Icecekler (selbst hergestellte Limonaden), schwarzer Tee und andere Erfrischungsgetränke wurden gereicht. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg.

Die Männer versammelten sich mit dem Imam Akif Sekmen und den Vorsitzenden der Kulturgemeinde, Halil Cagan, sowie dem Vorsitzenden der DITIB Nordbayern, Cafer Acar, im Pavillon in einer orientalischen Sitzecke bei türkischer Musik. Um 16.30 Uhr rief die 20-jährige Sükran Eraslan, die als dritte Generation in Schwandorf lebt und hier geboren wurde, zu einer Moscheeführung auf, die insgesamt dreimal stattfand. 16 Besucher erkundeten die Moschee, nachdem sie die Schuhe abgelegt hatten. Die Moschee ist vollständig mit einem Teppich ausgelegt, auf dem die Gebetsplätze eingewebt sind. An den Wänden befinden sich Fliesen und Kalligrafien, aber keine Statuen sind zu finden. Diese würden die Gläubigen nur ablenken, erklärte Sükran Eraslan. Es gibt drei Bereiche im sakralen Raum, dem Gebetstraum. Die Gebetsnische, den Lehrstuhl und die Predigtkanzel. Dem Gebetsraum sind noch eine Teestube sowie ein Waschraum angeschlossen, in dem die Hände, die Füße und das Gesicht gewaschen werden und der Mund gespült wird. Reinheit spiele im Islam eine große Rolle, sagte Eraslan.Im Anschluss führte Imam Akif Sekmen einen Gebetsruf vor und rezitierte aus dem Koran. Im Islam ist der Freitag der wichtige Tag der Woche und die Gläubigen füllen die Moschee zum Beten.


 

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