Bonhoeffer-Denkmal ohne Pathos
Die Bronze-Statue des Theologen und Nazi-Gegners ist jetzt am gleichnamigen Platz installiert worden. Quirin Bäumler schuf das Kunstwerk.
Künstler Quirin Bäumler präsentierte Bürgermeister Heinz Karg seine Bonhoeffer-Statue. Stadtbaumeister Franz Haneder und Pressereferent Michael Hitzek hatten das Projekt begleitet. Foto: Stadt Burglengenfeld
BURGLENGENFELD . Jetzt wacht Dietrich Bonhoeffer über den Bonhoeffer-Platz: Künstler Quirin Bäumler hat am Donnerstag das Aufstellen der von ihm geschaffenen Bronze-Statue dirigiert. „Ich bin glücklich damit“, sagte der Künstler. Er hatte in den vergangenen Tagen ein ordentliches Pensum zu absolvieren. Aus sechs Bronze-Teilen setzt sich die Bonhoeffer-Statue zusammen.
Erst am Dienstag waren die von der Gießerei Herweg in Berlin-Kreuzberg gegossenen Teile zusammengeschweißt worden. Das Ziselieren übernahm Bäumler teilweise selbst. Am Mittwoch wurde die Figur patiniert. Fast unmittelbar danach wurde die Statue in einen Kleinlaster verladen; Quirin Bäumler selbst fuhr sein Werk von Berlin in die Oberpfalz – zunächst zu seiner Mutter nach Wernberg-Köblitz, am Donnerstagvormittag dann nach Burglengenfeld. Dort sorgte Bäumler zusammen mit Josef Beer und Andreas Hofrichter vom Bauhof dafür, dass die Bonhoeffer-Statue endlich festen Boden unter den Füßen bekam.
„Wenn der Künstler glücklich ist mit seinem Werk und dem Standort, dann bin ich es erst recht“, sagte Bürgermeister Heinz Karg. Die Stadt habe mit Quirin Bäumler einen guten Griff getan. „Es war beeindruckend, wie intensiv sich Bäumler mit Leben und Werk Bonhoeffers auseinandergesetzt hat und wie er die Aufgabe letztendlich gelöst hat“, so Karg.
Wie berichtet, hatte der Bau- und Umweltausschuss im Dezember vergangenen Jahres einstimmig den Vorschlag des Bürgermeisters unterstützt, dass auf dem Bonhoefferplatz eine Statue errichtet werden soll, die an seinen Namensgeber erinnert. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer war 1940 von den Nationalsozialisten mit Redeverbot belegt, im April 1943 dann verhaftet worden. Am 9. April 1945 wurde Bonhoeffer als einer der letzten NS-Gegner im KZ Flossenbürg in der nördlichen Oberpfalz hingerichtet.
Mit dem neuen Bonhoefffer-Denkmal will die Stadt „einen kleinen Beitrag leisten zur Erinnerungskultur“, hatte der Bürgermeister im Bauausschuss gesagt. In Burglengenfeld solle ein weiterer Bezugspunkt geschaffen werden für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

