Wildpflanzen sollen Energie liefern
Weil der Maisanbau zur Biogaserzeugung Probleme aufwirft, besprachen Teilnehmer auf dem Biogasbetrieb von Martin Seidl einzelne Alternativen.
Landwirte, Biogasanlagen-Betreiber und Jägerschaft begutachteten einen Mais- und Wildpflanzenacker. Foto: ggo
Neukirchen-Balbini. Die Vorteile des Wildpflanzenanbaus als Energielieferant zur Biogas-Erzeugung waren das Thema des 23. Praxistages des Fachverbandes Biogas in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Neunburg des Bayerischen Jagdverbandes (BJV). Als Beispiel diente eine gemischte Anbaufläche in der Nähe des Stausees. Mais, so das Fazit, könne dadurch nicht ersetzt, wohl aber sinnvoll ergänzt werden. Dies hätte auch positive Auswirkungen auf die Tierwelt, die Flur als Erholungsgebiet und die Bodenerosion.
Frei nach dem Motto „miteinander Reden ist besser als gegeneinander“ war der 23. Praxistag des Fachverbandes Biogas angelegt. Dieser fand am Montag auf Anregung der BJV-Kreisgruppe Neunburg auf dem Biogasbetrieb von Martin Seidl statt. Markus Bäuml, Regionalgruppensprecher Oberpfalz des Fachverbandes, gegrüßte unter anderem Vertreter der Landwirtschaftsämter, viele Jagdkreisgruppen, Biogasbetreiber und interessierte Landwirte. Sein Gruß galt auch den Mitgliedern des Bundestages Karl Holmeier (CSU) und Horst Meierhofer (FDP).
„Die Zusammensetzung der Teilnehmer zeigt, dass solche Aktionen in die richtige Richtung gehen“, sagte Georg Friedl vom Fachverband. Als Ziel nannte er 5000 Hektar im Kontrast zu den aktuell 500 Hektar Wildpflanzen-Flächen. Martin Seidl gab allerdings zu bedenken, dass bei den Schlaggrößen in der Oberpfalz und derart großen Randstreifen von der übrigen Feldfläche kaum mehr etwas übrig bliebe.
Für den BJV ließ Norbert Przybilla keinen Zweifel daran, dass der Maisanbau zur Biogaserzeugung große Probleme bereite, aber durch sogenannte Blühstreifen sehr wohl positive Effekte erzielt werden könnten. Für die Kreisgruppe Neunburg lobte der stellvertretende Vorsitzende Alois Neft die gemeinsame Initiative. Positiv bewertete die Mischung auch Manfred Krodl aus Speichersdorf. „Eine solche Insektenvielfalt findet man im Mais nicht“, sagte der Maissaat-Lieferant und Hobby-Fotograf.
Auf einem Feld in der Nähe des Eixendorfer Stausees konnten die Teilnehmer sowohl verschiedene Energiemaissorten als auch unterschiedliche Wildpflanzen-Mischungen in ein- und mehrjähriger Form begutachten. Weitergehende Informationen und ein Fazit lieferte in seinem anschließenden Vortrag Werner Kuhn, BJV Experte für Wildpflanzen und das „Netzwerk Lebensraum“.

