Straubing - Nachrichten 24.04.2012, 11:43 Uhr

Wilder Parkplatz ist zur Müllhalde verkommen

Für das Gelände an der alten öffentlichen Waage fehlt nach wie vor ein Konzept. Straubinger sprechen von einem „Schandfleck“.


        In den letzten Jahren hat sich die Baugrube an der alten öffentlichen Waage zu einem Schandfleck entwickelt: Wildwuchs, illegale Müllabladestelle und ein unerlaubter Parkplatz. Letzterer wurde kürzlich legalisiert. Foto: Haas

In den letzten Jahren hat sich die Baugrube an der alten öffentlichen Waage zu einem Schandfleck entwickelt: Wildwuchs, illegale Müllabladestelle und ein unerlaubter Parkplatz. Letzterer wurde kürzlich legalisiert. Foto: Haas

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Straubing. Im Dezember 2008 hatte der Leitende Baudirektor Wolfgang Bach verkündet: „An der ehemaligen Stadtwaage tut sich was.“ Inzwischen sind fast dreieinhalb Jahre ins Land gezogen und das Gelände an der Ecke Mittlere Bachgasse/Innere Frühlingsstraße hat sich von einer Baulücke zu einer Müllhalde inmitten der Stadt entwickelt.

Bach informierte in der vergangenen Woche die Mitglieder des Bauausschusses darüber, dass aus den ursprünglich interessanten Plänen ein wilder Parkplatz geworden, der jetzt behördlich legalisiert worden sei.

Ein Bauträger hatte Ende der 1990er- Jahre bereits durch die Stadt die Genehmigung erhalten, dort ein fünfgeschossiges Bauvorhaben zu realisieren. Doch aus finanziellen Gründen blieb es dann beim „Vorhaben“. So schmachtete das Gelände vor sich hin. Im Dezember 2008 hatte der Leitende Baudirektor darüber informiert, dass der Grundstückseigentümer gewechselt habe.

Ein Deggendorfer Bauunternehmen würde nun beabsichtigen, das Areal einer wohnbaulichen Nutzung zuzuführen. Es solle ein Wohn- und Pflegeheim, insbesondere für Demenzkranke, errichtet und in zwei Gebäudekomplexen sollten außerdem Arztpraxen, ein Café sowie eine Tiefgarage integriert werden.

Die Fläche verwahrlost

Nach knapp 15 Jahren zeigt sich das Gelände der ehemaligen Stadtwaage wahrlich nicht als ein Aushängeschild für die Gäubodenstadt. Ganz im Gegenteil: Acht Recycling-Container, ein Trafohäuschen und das etwa zwei auf vier Meter große „Betriebsgebäude“ der Waage können den Blick auf die mit Wildwuchs bewachsene Baugrube nicht verhindern. Nachdem Abriss eines größeren Teilgebäudes gleicht die noch stehende Außenfassade (Feuerwand) einer Bauruine und ragt deutlich aus dem Areal heraus. Illegal abgeladener Müll neben den Recycling-Containern und auf dem Gelände unterstützen die Verwahrlosung der Fläche.

Warten auf ein sinnvolles Konzept

Ende 2011 hat die Bauverwaltung festgestellt, dass nicht nur neben den Container, sondern auch auf dem Gelände selbst ein wilder Parkplatz entstanden ist. Insbesondere Schüler der nahe gelegenen Landwirtschaftsschule hatten sich die Fläche zu eigen gemacht und dort ihre Autos abgestellt – anscheinend mit Einverständnis des Besitzers. Doch ein Parkplatz dieser Größenordnung ist genehmigungspflichtig. Inzwischen hat die Bauverwaltung dem Grundstückseigentümer das Betreiben des Geländes als Parkplatz für zwei Jahre genehmigt.

Der Leitende Baudirektor erwartet aber jetzt auch vom Eigentümer, dass dieser alsbald ein neues städtebaulich sinnvolles Konzept entwirft und dieses auch zeitnah umgesetzt wird.


 

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