Die Nachfrage nach Biosprit sinkt: Tankstellen schließen
„Runder Tisch“ erörtert die lokale Situation in der Bioenergie-Region. Experten fordern bessere Rahmenbedingungen und Klarheit bei der Besteuerung.
Landrat Alfred Reisinger, Dr. Bernhard Widmann, Leiter des TFZ, und Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (sitzend, von links) und weitere Akteure bei der Unterzeichnung des gemeinsamen Briefs Foto: lah
Straubing.
Akteure und Betroffene aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft der Bioenergie-Region Straubing-Bogen trafen sich in Straubing zu einem Runden Tisch, um auf der Basis ihrer Erfahrungen der letzten Jahre bei der Nutzung von Biokraftstoffen Markthemmnisse zu identifizieren und die Möglichkeiten für einen verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen in der Region zu diskutieren.
Alfred Reisinger, Landrat des Landkreises Straubing-Bogen und Hauptverantwortlicher für die Bioenergie-Region, stellte in seinem Einführungsstatement die Bedeutung der Bioenergie nicht zuletzt für die Wertschöpfung im ländlichen Raum heraus und unterstrich in diesem Zusammenhang auch die Wichtigkeit der Biokraftstoffe, gerade in einer von Landwirtschaft geprägten Region. Optimierungspotenziale seien noch besser nutzbar zu machen, und gemeinsam könne man Hemmnisse bei der Umsetzung beseitigen und Zeichen setzen.
Dass das E85-Fahrzeug des Landratsamts durch das Schließen der Straubinger Tankstelle seit Kurzem in Schwarzach betankt werden müsse, sei ein Signal für die Problematik der immer schwieriger werdenden Umsetzung der Biokraftstoffstrategie. Er begrüßte daher ausdrücklich die Initiative des TFZ – Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, sich mit den Akteuren der Region zum Runden Tisch zu treffen und Hemmnisse, aber auch Lösungsansätze aufzuzeigen.
Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. e.V. erläuterte den Stand der heutigen Versorgung mit Bioreinkraftstoffen. Dabei ist die Stilllegung von insgesamt zehn Biokraftstofftankstellen in der Region (vier Biodiesel-, fünf Rapsölkraftstofftankstellen und eine Bioethanoltankstelle) aufgrund des deutlichen Nachfragerückgangs zu beklagen.
Ebenso konnte trotz enormer Planungs- und Aufklärungsarbeiten und idealer Standortbedingungen eine Biomethantankstelle in Straubing bisher nicht realisiert werden. Investitionsvorhaben in Tankstellen für Biokraftstoffe scheitern nicht zuletzt wegen der geplanten vollen Besteuerung und der damit verbundenen erheblichen Verteuerung von Biodiesel und Rapsölkraftstoff ab 2013 sowie Bioethanol und Biomethan ab 2016.

