Wanninger im Stadtrat abgeblitzt
Erweiterung des Möbelhauses um einen Sportfachmarkt abgelehnt.
Straubing.
Es hätte eine Stärkung der Einkaufsstadt Straubing bedeutet. Es wäre mehr Kaufkraft in die Gäubodenstadt geflossen und es wären zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Für den Wirtschaftsförderer der Stadt, Dipl.-Betriebswirt Klaus Hofmann, hätte sich die Erweiterung des Möbelhauses Wanninger um einen Sportfachmarkt positiv ausgewirkt. Doch der Stadtrat entschied sich mit 25 zu 15 Stimmen gegen eine solche Ergänzung im Erletacker.
Selten herrscht im Stadtrat so eine Spannung wie am frühen Montagabend. Genauso selten kommt es vor, dass zusätzliche Stühle im Sitzungssaal aufgestellt werden müssen, damit die Zuhörer Platz finden. Das Interesse galt einem Antrag auf Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplans im Sondergebiet Erletacker. Diese wäre Voraussetzung dafür gewesen, damit Möbel Wanninger sein Sortiment um einen Sportfachmarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 1400 Quadratmetern hätte erweitern können.
Der Bauausschuss war dafür
Der Bauausschuss hatte sich in seiner Sitzung vom 2. Mai mit sechs zu fünf Stimmen für Wanningers Pläne ausgesprochen. Doch am Montag plädierte dann der Stadtrat mehrheitlich anders. Während in der CSU-, der SPD- und der FW-Fraktion die Meinungen auseinandergingen, votierte die ÖDP komplett gegen das Wanninger-Projekt. Die FDP-Stadträtin und der Grünen-Stadtrat sprachen sich ebenfalls gegen Wanningers Sportfachmarkt aus.
„Eine Erweiterung des Angebotes im Erletacker richtet sich gegen die Innenstadt“, argumentierte Peter Mittermaier für die CSU-Fraktion. Das zusätzliche Sortiment könne auch jetzt schon fast zu 100 Prozent in der Innenstadt abgedeckt werden. Dem hielt Fritz Geisperger (SPD) entgegen, dass Straubing den Anschluss halten müsse. „Wir sollten froh sein, wenn jemand hier investiert und ein zusätzliches Angebot schafft.“ Und er fragte: „Wie lange und wie oft können wir es uns leisten, Investitionsangebote abzulehnen?“ Zusätzliche Konkurrenz würde das Geschäft beleben und die Attraktivität Straubings erhöhen. Geisperger vermisse ohnehin in der Stadt eine Aufbruchstimmung. Ein weiterer Mitbewerber würde so manchen Geschäftsinhaber motivieren, aus seiner Behaglichkeit herauszutreten und mehr Attraktivität zu schaffen.

