Doping-Verdacht - DSV an ARD: Namen nennen
Nach Informationen der ARD sollen insgesamt 30 Sportler Kunden bei einer Wiener Blutbank gewesen sein. Rund zwei Drittel der Athleten, die illegal Blut-Transfusionen vorgenommen haben sollen, stammen angeblich aus Deutschland.
Die deutschen Biathleten sind zur Doping- Zielscheibe geworden. Doch Athleten und Trainer wollten sich einen Tag vor dem an diesem Donnerstag beginnenden Weltcup in Antholz zu dem vom Fernsehsender ARD erhobenen, aber nicht konkretisierten Vorwurf zunächst nicht äußern. „Derjenige, der das Ganze aufgebracht hat, muss nachlegen. Es kann nicht sein, dass das Tage und Wochen dauert“, sagte Stefan Schwarzbach, der Sprecher des Deutschen Skiverbandes am Mittwoch in Antholz.
DSV-Präsident Alfons Hörmann sprach im Bayerischen Rundfunk den Biathleten das Vertrauen aus: „Ich glaube ihnen, weil sich deren Darstellung und Sichtweise hundert Prozent mit der der Verbandsführung des Deutschen Skiverbandes deckt.“
Der Generalsekretär der Internationalen Biathlon-Union IBU, Michael Geistlinger, empfahl den deutschen Skijägern, sich „in der Angelegenheit juristisch zu wehren“. Der Professor aus Salzburg geht davon aus, dass dies auch geschehen werde. „Das ist keine Kleinigkeit“, sagte Geistlinger. Der Sport-Funktionär nannte die von der ARD erhobenen Vorwürfe „pauschal“ und wies sie zurück. „Nach unseren Unterlagen sind sie nicht haltbar.“
„Wir prüfen, was die nächsten Schritte sein könnten. Wir denken über alle Möglichkeiten nach“, sagte Schwarzbach. „Wir erwarten von den Zuständigen, dass sie Fakten auf den Tisch legen und damit ihren Beitrag zur Aufklärung leisten.“ Trotz der im eigenen Haus erhobenen Doping-Vorwürfe gegen deutsche Wintersportler, auch die Langläufer werden verdächtigt, wird die ARD das aktuelle Fernsehprogramm nicht ändern. Von Donnerstag bis Sonntag berichtet das Erste unter anderem auch über den Biathlon-Weltcup in Antholz.
„Derzeit sehen wir keine Veranlassung, bei unseren geplanten Wintersport-Übertragungen Änderungen vorzunehmen. Es gibt zwar neue Dopingvorwürfe, die jedoch bisher nicht für einzelne Sportler belegt sind. Auch bei solchen Vorwürfen gilt zunächst die Unschuldsvermutung“, sagte Programmdirektor Günter Struve am Mittwoch auf Anfrage. Er ist in Personalunion auch ARD-Sportkoordinator.



