Regensburg: Baseball-Gala vor 9600 Fans
Nur ein Treffer gegen den WM-Favoriten – knapp 10000 Fans war‘s egal, sie feierten.
Zweites Spiel, zweites böses Erwachen? Nein, eine solche Blöße wollte sich der Weltmeister USA nun partout nicht wieder geben. Das 9:13 gegen Venezuela war schon Überraschung genug, eine Niederlage gegen Gastgeber-Zwerg Deutschland wäre bei der WM-Vorrunde in Regensburg eine Baseball-Blamage für den Riesen gewesen. So sahen 9600 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Armin-Wolf-Arena ein konzentriertes US-Team, das nicht locker, aber souverän einen 9:1-Erfolg erspielte.
„Wir haben unser Bestes gegeben, aber es hat nicht gereicht“, sagte der Regensburger Rodney Gessmann. „Das US-Pitching war überragend, die Offense stark: Diese Kombination gewinnt Spiele“, meinte Dominik Wulf.
Bundestrainer Gregory Frady hoffte auf eine Wiederholung des Sommermärchens in Kanada. Tim Henkenjohann warf zum Start des Spiels, nachdem IOC-Vizepräsident Thomas Bach den First Pitch vollzogen hatte. Zur Erinnerung: Mit Henkenjohann hatte Deutschland vor ein paar Wochen bei einem Vorbereitungsturnier in Kanada einen historischen 6:3-Sieg geschafft. Diesmal aber kam der 29-Jährige nicht so gut in die Gänge. Dem Publikum war das egal. Es feierte das erste Aus für Schlagmann Justin Kroeger, ließ sich von Ike Davis’ Homerun nicht beirren und feierte noch beim Stand von 0:4 mit „Deutschland, Deutschland“-Gesängen.
Es fehlte an Kleinigkeiten. Vor allem wirkte die deutsche Mannschaft von Anfang an ein wenig nervös. Beim zweiten Punkt von Buck Coats unterlief Andreas Janzen ein Fangfehler, beim 0:3 von Trevor Plouffe haderte Team Deutschland mit einer Schiedsrichterentscheidung. Terry Tiffees 0:4 ging ein Treffer von Neun-Millionen-Dollarmann Pedro Alvarez voraus.
Dieses Mal ging US-Coach Eddie Rodriguez auch anders als gegen Venezuela keinerlei Risiko ein und ließ den tadellos werfenden Todd Redmond, gegen den die deutschen Schlagmänner (nur zwei Hits durch Dominik Wulf und Michael Franke im gesamten Spiel) nicht zum Zug kamen, bis zum neunten Inning auf dem Hügel. Erst dann kam Jason Childers. Gregory Frady hatte dagegen im vierten Inning ein Einsehen mit Tim Henkenjohann und schickte Linkshänder Martin Almstetter als Pitcher ins Rennen.



