Sportnachrichten 04.03.2012, 20:31 Uhr

Podolski rettet Köln wichtigen Punkt in Hoffenheim

Von Ulrike John, dpa

Der Kölner Lukas Podolski (l) lässt Hoffenheims Boris Vukcevic im Zweikampf stehen. Foto: Uwe Anspach

Der Kölner Lukas Podolski (l) lässt Hoffenheims Boris Vukcevic im Zweikampf stehen. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim. Mit seinem 16. Saisontor hat Lukas Podolski dem 1. FC Köln im Kampf gegen den Abstieg in der Fußball-Bundesliga beim 1:1 (0:1) bei 1899 Hoffenheim einen wichtigen Punkt gerettet.

Scheinbar unbelastet durch die Gerüchte über seinen Arsenal-Wechsel erzielte der Nationalstürmer der abstiegsbedrohten Rheinländer in der 81. Minute per Kopf den schmeichelhaften Ausgleich. Vor 29 250 Zuschauern hatte Innenverteidiger Marvin Compper (33.) die unter Trainer Markus Babbel weiter unbesiegten Nordbadener in Führung gebracht. Nach drei Pleiten in Serie dürfte Kölns Trainer Stale Solbakken durch das Remis vor der nächsten Partie gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte Hertha aus Berlin wohl etwas mehr Ruhe haben.

Angesprochen auf den Rummel um seine Person, meinte Kölns Lebensversicherung Podolski nur: «Ich kann gut damit umgehen. Druck macht mir nichts.» Fragen zum Wechsel zu den «Gunners» bügelte er mit der Aussage «nächste Frage» ab, um sich dann doch noch vielsagend zu äußern: «Für mich gilt es alles zu geben bis zum Ende. Wir haben jetzt noch zehn heiße Duelle, und die müssen wir konzentriert angehen.»

Die deutliche Leistungssteigerung nach dem Wechsel werteten die Kölner Profis als Indiz für die intakte Moral. «Wir haben uns in der Pause gesagt, wir müssen eine Reaktion zeigen und uns den Arsch aufreißen. Wir haben das 1:1 gemacht. Wir können froh und stolz sein, dass wir Charakter gezeigt haben», analysierte FC-Keeper Michael Rensing. Nach dem 24. Spieltag trennen den FC trotz des Auswärtspunktes aber nur drei Zähler vom Relegationsplatz.

Die TSG hat unterdessen jetzt schon 15 Punkte nach einer Führung verschenkt - stattdessen spielte das Team zum siebten Mal in Serie zu Hause nur unentschieden. «Die Leistung war gut. Wir haben genügend Möglichkeiten gehabt, das Spiel zu entscheiden. Da sind wir noch zu unkonzentriert», sagte Babbel, «und wie es dann so ist. Der Gegner ist auch nicht blind, und dann wird man für einen Fehler bestraft.» Im nächsten Spiel bei den Bayern muss er auf Verteidiger Andreas Beck verzichten, der seine zehnte Gelbe Karte sah.

Ohne Antreiber Sejad Salihovic, der aus disziplinarischen Gründen für zwei Spiele aus dem Profikader verbannt wurde, waren die Hoffenheimer dank hoher Laufbereitschaft von Beginn an präsenter. Vor allem Sebastian Rudy machte als kluger Ballverteiler und Salihovic-Vertreter bei den Standards eine gute Figur. Die Gastgeber bemühten sich, das Spiel in die Breite zu ziehen und so die beiden Kölner Viererketten zu destabilisieren.

Die Folge: Feldüberlegenheit für die TSG, aber keine klaren Gelegenheiten. Außer dem zu Recht nicht gegebenen Tor durch Boris Vukcevic (13.) wegen Abseitsposition gelang Hoffenheim vor dem gegnerischen Tor aus dem Spiel heraus zunächst wenig Vorzeigbares. Die schwachen Kölner wirkten unterdessen ähnlich mut-, fantasie- und konturenlos wie bei ihren zuletzt enttäuschen Leistungen. Podolski blieb unauffällig, auch wenn er an der auffälligsten Offensivszene des FC beteiligt war. Nach seiner Flanke von links vergab der Albaner Odise Roshi volley aus drei Metern und spitzem Winkel (31.).

Hoffenheim war gewarnt - und wurde bezeichnenderweise durch eine Standardsituation fürs Anrennen belohnt. Nur 120 Sekunden nach Roshis Hochkaräter köpfte Compper einen Eckball von Rudy zum hochverdienten 1:0 (33.) ein - bereits das 46. Gegentor für die Kölner, die nach dem SC Freiburg die zweitschlechteste Defensive der Liga stellen. Beflügelt durch die Führung, kombinierte die Babbel-Elf in der Folgezeit ihren Zug zum Tor auch mit der nötigen Dringlichkeit. Der Brasilianer Firmino köpfte nur knapp am langen Pfosten vorbei (40.).

Nach dem Wechsel drängten die Hoffenheimer auf die Entscheidung. Nacheinander vergaben aber der erneut glücklose Srdjan Lakic (50.), Ryan Babel (57.) und der für Lakic eingewechselte Sven Schipplock (63.) mit einem Lattenknaller selbst beste Chancen. Die Kölner bemühten sich jetzt und legten vor allem im Zweikampfverhalten zu. Und so wurden die Hoffenheimer für fehlende Abschluss-Souveränität noch bestraft. Wieder einmal war es Podolski, der die Kölner rettete.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 49 - 51

Torschüsse: 23 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 47,8 - 52,2

Fouls: 21 - 18

Ecken: 7 - 2

Quelle: optasports.com

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo