Sportnachrichten 16.06.2012, 22:59 Uhr

Aus für EM-Gastgeber Polen

Polen verliert gegen Tschechien mit 0:1. Der Viertelfinal-Traum ist damit geplatzt. Für eine Überraschung sorgen die Griechen: Sie holten sich gegen Russland den Sieg und ziehen damit in die Runde der letzten Acht ein.

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Der Traum vom Viertelfinale bei der EM im eigenen Land ist für die polnische Nationalmannschaft geplatzt. (Foto: dpa)

Der Traum vom Viertelfinale bei der EM im eigenen Land ist für die polnische Nationalmannschaft geplatzt. (Foto: dpa)

Breslau/Warschau. Im Dauerregen von Breslau ist der polnische Traum vom Einzug ins EM-Viertelfinale im eigenen Land weggespült worden. Trotz einer engagierten Vorstellung verloren die Gastgeber am Samstag zum Vorrunden-Finale das Nachbarschaftsduell gegen Tschechien mit 0:1 (0:0) und schlossen die Gruppe A mit nur zwei Punkten als Letzter ab. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, aber wir hatten einige tolle Momente in diesem Turnier. Dafür möchte ich den Fans danken“, zog Polens BVB-Profi Jakub Blaszczykowski nach dem Ausscheiden Bilanz.

Die Tschechen zogen dank des Siegtores durch den Wolfsburger Bundesliga-Profi Petr Jiracek (72. Minute) als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein, in der am Donnerstag in Warschau der Zweite der deutschen Gruppe B der Gegner ist. Schützenhilfe leistete dabei Griechenland mit dem 1:0 über den bisherigen Spitzenreiter Russland.

Polen spielten zu Beginn Fußball mit Herz

„Mir fehlen die Worte. Das ist ein unglaublicher Moment für die Mannschaft“, sagte der Leverkusener Profi Michal Kadlec. „Wir sind schlecht ins Turnier gestartet, haben uns aber dann gesteigert. Ich bin stolz auf die Mannschaft“, verkündete Torschütze Jiracek. Auch ohne den verletzten Regisseur Tomas Rosicky verdiente sich das tschechische Team den Erfolg durch eine klare Steigerung nach der Pause, während den Polen zunehmend die Puste ausging.

Vor 41.480 Zuschauern – darunter rund 12.000 tschechische Fans – war den Polen der große Erwartungsdruck im „wichtigsten Spiel ihrer Fußball-Geschichte“ (Robert Lewandowski) zunächst nicht anzumerken. Getragen von einer nationalen Woge der Begeisterung bot die Elf von Franciszek Smuda Fußball mit Herz und spielte in den ersten 20 Minuten ein klares Plus an Chancen heraus. Im Abschluss zeigten Lewandowski und Co. allerdings altbekannte Schwächen.

In der 10. Minute hatten die polnischen Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, als sich BVB-Profi Lewandowski im Laufduell gegen Theodor Gebre Selassie durchsetzte, den Ball dann aber aus kurzer Distanz am Kasten vorbeijagte. Cech, der trotz einer im Griechenland-Spiel erlittenen Schulterblessur wieder zwischen den Pfosten stand, konnte sich über mangelnde Beschäftigung auch weiterhin nicht beklagen. In der 22. Minute lenkte der Keeper einen tückischen 20 Meter-Aufsetzer von Boenisch um den Pfosten. Erst als Mitte der ersten Halbzeit ein Wolkenbruch über dem Stadion niederging, ebbte der polnische Schwung merklich ab.


 

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