Sportnachrichten 12.08.2012, 22:46 Uhr

London begeistert Athleten und Publikum

Bei der Ringe-Show in London hat alles gepasst. Ohne den ideologischen Ballast der Peking-Spiele feierten Olympia-Macher und Athleten ein ausgelassenes Fest.

London vibrierte, London brillierte und London zelebrierte Olympia – als erste Stadt der Welt zum dritten Mal nach 1908 und 1948. Foto: dpa

London vibrierte, London brillierte und London zelebrierte Olympia – als erste Stadt der Welt zum dritten Mal nach 1908 und 1948. Foto: dpa

London. Ex-Beatle Paul McCartney tanzte zu seinen eigenen Songs, und selbst die Queen outete sich als Olympia-Fan. Nach den Propagandaspielen von Peking war die großartige Ringe-Show in London eine Rückkehr zu unbeschwerter Leidenschaft. „Es waren absolut fabelhafte Spiele. London hat die olympische Bewegung erfrischt“, schwärmte IOC-Präsident Jacques Rogge über die sechsten und letzten Spiele seiner Amtszeit, die im September 2013 zu Ende gehen wird. Die britischen Olympia-Macher, selbst erklärte Pioniere des modernen Hochleistungssports, präsentierten ein stimmungsvolles Athleten-Fest mit hohem Sympathiefaktor.

Die Mischung aus Nostalgie und Vision funktionierte prächtig. London vibrierte, London brillierte und London zelebrierte Olympia – als erste Stadt der Welt zum dritten Mal nach 1908 und 1948. Ein begeistertes Sportpublikum, ein unvergleichliches Athletendorf, gefeierte Trendsportarten, Rekord-Präsenz in den sozialen Medien und ein einzigartiges Nachhaltigkeitskonzept dienen als Wegweiser für die Zukunft. „Das war ein goldener Sommer“, erklärte Premier David Cameron. Die Gastgeber schafften den angestrebten Aufstieg in die Top 3 des olympischen Weltsports hinter China und der Nummer eins USA.

„Gott ist ein Londoner“

„Gott ist ein Londoner. Es gibt keine andere Erklärung“, dichtete die „Times“. Die alternde U-Bahn hielt durch, und sogar das launische Wetter spielte mit. Mit der Schlussfeier am Sonntag endete das Spektakel so, wie es sich über 17 Tage der Welt dargestellt hatte: Eine emotionale Dauerparty, begleitet von freundlichem Pathos, Patriotismus und britischer Selbstironie. Es waren royale Spiele, und es waren Frauen-Spiele. Durch das Debüt von Frauen-Boxen waren zum ersten Mal Athletinnen in allen Sportarten vertreten, und erstmals hatten alle Teams auch Frauen nominiert. Neben den Premieren-Teilnehmerinnen aus Katar und Brunei tolerierte sogar Saudi-Arabien die olympische Gleichberechtigung. So wurde die erst 16 Jahre junge Judoka-Schwergewichtlerin Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shaherkani auf einmal zur Botschafterin für die Entwicklung des Frauensports in der arabischen Welt. Nach 82 Sekunden war der symbolträchtige Auftritt der Schülerin vorbei. Die Hoffnung auf Besserung bleibt.

 

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