Sportnachrichten 31.10.2012, 13:53 Uhr

Davis-Cup-Teamchef Kühnen hört auf

Die Zündschnur brannte schon lange, nun hat Patrik Kühnen mit seinem Rücktritt als Davis-Cup-Teamchef für den Knall im deutschen Herren-Tennis gesorgt. Auch ein Sponsor erhebt schwere Vorwürfe gegen den Verband, der bald einen Nachfolger präsentieren will.

Der bisherige deutsche Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen, Foto: dpa

Der bisherige deutsche Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen, Foto: dpa

Berlin. Patrik Kühnen reicht es: Nach zehnjähriger Amtszeit hat der Davis-Cup-Teamchef am Mittwoch hingeworfen. Damit erreicht die seit Monaten schwelende Krise im deutschen Herren-Tennis ihren vorläufigen Höhepunkt. „In den vergangenen Wochen habe ich den Eindruck gewonnen, dass mir die nötige Unterstützung und Rückendeckung des Deutschen Tennis Bundes fehlt. Ich sehe deshalb keine Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit und beende an dieser Stelle die Gespräche über die Fortsetzung meiner Tätigkeit mit dem DTB“, teilte der 46-Jährige in einer schriftlichen Erklärung mit.

Die Anzeichen für Kühnens Abschied hatten sich nach dem Dauerzwist mit Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber und dem Streit mit einem Sponsor zuletzt verdichtet. „Sein Schritt kommt nicht überraschend, da sich in vielen Gesprächen mit Patrik Kühnen und den Spielern abgezeichnet hat, dass ein Neuanfang die beste Lösung für das deutsche Herrentennis ist“, sagte DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg.

Er rechnet damit, noch vor Weihnachten einen Nachfolger präsentieren zu können. Dieser soll sich dann auch um den Nachwuchs kümmern, muss vor allem aber das Team für das Erstrundenspiel vom 1. bis 3. Februar 2013 in Argentinien zusammenstellen – womöglich dann wieder mit Kohlschreiber, den Kühnen zuletzt nicht nominiert hatte. „Ich akzeptiere und verstehe die Entscheidung“, kommentierte Kohlschreiber den Rücktritt.

Becker bedauert Kühnens Rücktritt

Der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker bedauerte Kühnens Schritt. „Schade, dass Patrik Kuehnen nicht mehr Davis-Cup Teamchef ist. Patrik hat zehn Jahre tolle Arbeit in sehr schwierigen Umständen geleistet!“, schrieb Becker am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter: „Bin sehr gespannt auf Nachfolger ...Viel Spass.“

Als Top-Favorit gilt nun Ex-Profi Carsten Arriens, auch wenn er nach eigenen Angaben noch nicht gefragt wurde. „Ich warte jetzt mal, ob es einen Anruf gibt. Ich würde mir das in aller Ruhe überlegen.“ Es freue ihn, dass er offensichtlich in Spielerkreisen einen gewissen Respekt und eine gewisse Wertschätzung genieße, sagte der 43-Jährige.

 

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