Sport aus der Region Cham 24.06.2012, 18:18 Uhr

Ein unerwartet starkes Comeback

Rainer Steinberger wollte eigentlich nur „gut durchkommen“. Nun hat er sich als Dritter beim Regensburger Ironman für Hawaii qualifiziert.

Rainer Steinberger war auch im Wasser gut unterwegs. Foto: B. Franz

Rainer Steinberger war auch im Wasser gut unterwegs. Foto: B. Franz

Cham. Als Rainer Steinberger mit 1205 Triathleten aus 54 Nationen am Ufer des Guggenberger See auf den Startschuss wartet, war seine große Hoffnung, nach langer Verletzung einfach nur gut durchkommen. Mit einem Massenstart begann Punkt 7 Uhr der 3. Regensburger Ironman. Gelbe Bojen markierten die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke. Der Pösinger versuchte nicht, die ideale Kampflinie zu schwimmen. Da fängt man sich schnell Fußtritte und Boxhiebe ein. Steinberger hielt sich abseits dieser Wasserschlacht und ging nach 58:54 Minuten aus dem Wasser. Knapp 200 Konkurrenten lagen vor dem Ironman aus Pösing.

Zwischen Neutraubling, Brennberg und Sünching war die 180 Kilometer lange Raddistanz in zwei Runden abzuleisten. Mit dem Wechsel aufs Rad wurde der „Abgehängte“ zum Jäger. 1400 Höhenmeter galt es zu überwinden und ging es bergauf, schlug Steinberger gnadenlos zu. Mit fast 40 Stundenkilometer im Schnitt machte der Pösinger Platz um Platz gut. Als er nach vier Stunden, 41 Minuten und 33 Sekunden am Regensburger Dultplatz ankam, hatte Steinberger die Konkurrenz bis auf sechs Starter von hinten aufgerollt. Die, die weiterhin vor ihm lagen, waren Profis, die in einem eigenen Ranking gelistet werden.

Beim Wechsel in die Laufschuhe führt Steinberger seine Altersgruppe bei den Amateuren an. Die Laufstrecke, eine zehn Kilometer lange Schleife durch die Altstadt, musste viermal überwunden werden, um auf die Marathon-Distanz von 42 Kilometern zu kommen. Dass Rainer Steinberger seine Top-Position nicht würde halten können, hatte er schon befürchtet. Zu kurz war wegen des Bandscheibenvorfalls seine Vorbereitung. Nach einer fast fünfstündigen, unerwartet erfolgreichen Hatz im Wasser und auf dem Rad, bekam der Pösinger bei Kilometer 18 Probleme mit der Muskulatur. Mit Eiswürfel von den Verpflegungsstellen hielt Steinberger die Schmerzen im Zaum. Das dichte Zuschauerspalier mobilisierte die letzten Kräfte der Athleten. Seine Frau Heidi mit Sohn Leo standen vor der Ziellinie. Nach neun Stunden 14 Minuten und acht Sekunden war er im Ziel. 25 Eisenmänner, darunter viele Profis aus Luxemburg, der Schweiz, England, Ungarn und der Slowakei waren vor ihm da. In seiner Altersklasse belegte er den 3. Platz.

Damit hat sich der Pösinger für einen Start im Oktober beim legendären Ironman auf Hawaii qualifiziert. (cfy)

 

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