Einarmiger Extremathlet beim 24-Stunden-Rennen
Beny Furrer erlitt bei einem Unfall 17 Knochenbrüche, ein Arm wurde ihm amputiert. Sport hilft ihm im Kampf gegen Schmerzen.
Das Race across Amerika beendete Beny Furrer 2003 als Gesamt-Elfter.
kelheim. Der 25. Mai 1986 war der Tag, der für den Schweizer Beny Furrer alles veränderte. Mit seinem Motorrad erlitt er einen schweren Unfall: 17 Knochenbrüche, insgesamt über 50 Stunden Operationen und eine spätere Amputation des linken Arms waren die Folgen. Als der Eidgenosse die Klinik verließ, wog er 45 Kilogramm.
Vor seinem Unglück war Furrer begeisterter Extremsportler gewesen. Sollte das nun vorbei sein? „Ich musste lernen, das Gehen neu zu koordinieren. Ich wollte weitermachen und nahm mir vor, niemals aufzugeben“, so der Schweizer. Tatsächlich kehrte der heute 53-Jährige zurück in den Radsattel. Exakt zehn Jahre nach seinem Unfall trat er zum „Race Across Amerika“, dem schwersten Radrennen der Welt, an: 4800 Kilometer sind zu bewältigen – in maximal zwölf Tagen. 1996 musste Furrer aufgeben. Sieben Jahre später kam er wieder und belegte Rang elf. Kurz vor Beginn des zwölften Renntags war er im Ziel. Heuer im April wurde der Eidgenosse Neunter der Ultralangstrecken-EM: In 24 Stunden spulte er knapp 570 Kilometer ab. Sport ist für Furrer Therapie. „Ohne regelmäßiges Ausdauertraining kann ich die permanenten Phantomschmerzen kaum aushalten. Ich wollte aufhören, aber es geht nicht. Die Schmerzmittel, die ich täglich einnehmen muss, haben sich ohne Sport verdreifacht“, berichtet der 53-Jährige.
Am nächsten Samstag, 10. Juli, wird der Schweizer um 14 Uhr erstmals beim 24-Stunden-Radrennen in Kelheim antreten. Er wird einer von aktuell 87 Solisten sein, die als Einzelfahrer die Schleife von 17,2 Kilometern hinauf zum Befreiungshalleberg und über Essing zurück nach Kelheim wieder und wieder abstrampeln werden.
Bei den Teams – maximal dürfen fünf Cyclisten in einer Crew mitmachen – ist das Teilnehmerfeld übervoll. 150 Mannschaften sind angemeldet, davon 132 in der Herren- und Mixed-Klasse.



