Sport aus der Region Kelheim 01.03.2012, 15:21 Uhr

Boxerin (15) erhält stärkere Gegnerinnen

Die deutsche Vizemeisterin Anna Steinsdorfer feiert ihr Debüt in der Bantamklasse bis 52 kg bei den bayerischen Meisterschaften.


        Anna Steinsdorfer war 2011 bayerische Vizemeisterin. Am Wochenende will sie das toppen.

Anna Steinsdorfer war 2011 bayerische Vizemeisterin. Am Wochenende will sie das toppen.

Rohr. Wo stehe ich mit meiner Leistung? Immer wieder stellte sich die 15-jährige Rohrer Boxerin Anna Steinsdorfer diese Frage, seit sie vor gut zwei Jahren mit ihrem Sport begann. Die Gegnerschaft an Damen in ihrem Alter im Fliegengewicht bis 48kg ist überschaubar. Oft musste sie bei Veranstaltungen passen, weil keine Kontrahentin aufzutreiben war. Und mit nur einem Sieg hielt man bei bayerischen Titelkämpfen schon eine Medaille in Händen. Sportlich haut eine solche Kür niemanden um.

Ab sofort erfahren Annas Auftritte im Ring eine andere Einordnung. Sie ist in die Gewichtsklasse bis 52 kg aufgerückt (Bantam), wo deutlich mehr Konkurrenz auf den Brettern steht. Das Debüt in ihrer neuen Kategorie gibt die Rohrer Schülerin am Wochenende – bei den bayerischen Jugend-Meisterschaften. „Das ist gleich ein ganz ordentlicher Einstieg“, sagt ihr Trainer Armin Kerscher.

Die Starter bei diesen Titelkämpfen in Eichstätt werden vom Landesjugendwart des Bayerischen Boxverbandes nominiert. Drei Kontrahenten dürfen wie Anna im Bantamgewicht der Juniorinnen zuschlagen, ihre Dauerrivalin Alena Kucharski (Landshut) ist auch darunter. Eine andere Kontrahentin stammt aus Köfering.

Seit Wochen bereitet sich die Rohrerin im M&M-Studio in Abensberg-Gaden sowie im BC Boxfit Regensburg auf die Freistaatentscheidung vor. „Eine Pause mussten wir einlegen, als Anna einen Nabelbruch erlitt“, berichtet ihr 55-jähriger Betreuer, „das Mädel hat kein Wort gesagt, dass sie seit der Geburt dafür anfällig ist. Sie wollt’ nicht auf ihr Boxen verzichten.“ Bei Babys kann sich das Bauchfell im Bereich des Nabels durch eine Lücke der Muskelhaut nach außen drücken. Operiert wird dieser sogenannte Nabelbruch in diesem Alter nicht – weil sich die Stelle meist selbst schließt. Bei der jungen Rohrerin war das nicht der Fall, der Nabelbruch wurde (auch durch die Belastung des Bauchgewebes beim Sport) nun akut. „Fünf Wochen konnte sie nicht trainieren, aber dann griff sie wieder an.“

Der Trainingsrückstand sei mittlerweile aufgeholt, meint ihr Coach aus Rohr. Kaderlehrgänge mit dem bayerischen Aufgebot haben sie zudem gestählt. „Ich will Anna nicht zu viel Druck auferlegen, aber für mich ist sie in Eichstätt klar die Favoritin.“ Die vier Titelanwärterinnen werden zu zwei Halbfinals zusammengelost, die am Samstag steigen. Am Tag darauf bestreiten die beiden Siegerinnen das Duell um Gold.

Bislang ist die Schülerin auf Silber gepolt: Im Vorjahr wurde sie bayerische und deutsche Vizemeisterin.

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