Sport aus der Region Kelheim 01.06.2012, 14:17 Uhr

Saaler legt auf die olympischen Ringe an

Schütze Daniel Brodmeier staunt nach erfolgreicher Qualifikation über die „vielen Gratulationen“ und freut sich auf die Kleiderprobe für die Spiele.


        Daniel Brodmeier hat es geschafft: Der 24-Jährige wird Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen vertreten. Fotos: Archiv

Daniel Brodmeier hat es geschafft: Der 24-Jährige wird Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen vertreten. Fotos: Archiv

von martin rutrecht, mz

saal. Als die Generalprobe beim Weltcup in London für Daniel Brodmeier Ende April grandios daneben ging, herrschte in seinem Umfeld Besorgnis. „Was is’n los? Hast schlecht trainiert? Wo fehlt’s denn?“ Solche und ähnliche Fragen prasselten auf den 24-jährigen Kleinkaliber-Gewehrschützen ein. „Leute“, entgegnete der Saaler, „das hier ist kein Ausscheidungswettkampf. Wichtig ist die Qualifikation in Hannover und München.“

In der Ruhe liegt die Kraft, signalisierte Brodmeier – und schlug zu, als es darauf ankam. Mit Platz fünf im Dreistellungskampf und Rang sieben im Liegend-Anschlag beim Weltcup in der Landeshauptstadt hat sich Daniel Brodmeier an Pfingsten das Ticket für die Olympischen Spiele in London gesichert. In beiden Disziplinen wird der Geräte- und System-Elektroniker als einer von zwei deutschen Athleten an den Start gehen. An seiner Seite steht Altmeister Maik Eckhardt – für den es die siebten(!) Spiele sind.

Chili für die Freundin – „alles frisch“

Einige Tage nach seinem Quali-Coup hat Brodmeier gerade ein Chili con carne auf den Herd gesetzt, als er mit der MZ spricht. „Alles frisch, nichts aus der Dose“, betont er lachend. Seine Freundin Nicole Stenzenberger, ebenfalls Nationalkader-Schützin, darf sich auf ein feines Abendessen freuen, noch ist sie in der Arbeit. Der Saaler hat sein Tagwerk bei Osram Opto Semiconductors in Regensburg schon getan. Das junge Paar wohnt in Niederlauterbach. „Ich wäre gerne in Saal geblieben, aber wenn man fast täglich in München trainiert, macht eine so weite Anreise keinen Sinn. Deshalb haben wir uns auf die Mitte verlegt.“ Die SG 1882 Saal sei nach wie vor sein Erstverein. „Das bleibt auch so.“

Was ihm beim Weltcup in der Landeshauptstadt glückte, „hab’ ich noch nicht ganz kapiert. Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage.“ Er fühle sich momentan eher leer, „am liebsten wäre mir jetzt eine Couch“. „Die Leute um mich sind wahnsinnig happy. Daran merke ich, dass etwas Größeres passiert sein muss. Ich hatte nie gedacht, dass ich so viele Gratulationen bekommen würde. Wo haben die alle meine Handynummer und E-Mail-Adresse her?“, sagt der Olympionike und setzt schmunzelnd hinterher: „Die tun ja alle g’rad so, als ob ich mich für Olympia qualifiziert hätt’.“


 

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