Die Vorstandschaft will sich nicht unterkriegen lassen. Ein Fokus liegt nach wie vor auf der Bundesliga. Foto: Stöcker
Von Heiner Stöcker, MZ
ABENSBERG. Die Vorstandschaft des TSV Abensberg Abteilung Judo geht mit klarem Konzept gestärkt in die Zukunft. So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der neuen Vorstandschaft. Darin bringen Erwin Obermeier, Leiter Finanzen, Reinhold Ennerst, Leitung Jugend, Helmut Harroider, Leiter Organisation, Hans Jürgen Henter, Abteilungsleiter Sport, und Ehrenvorsitzender Otto Kneitinger ihr Bedauern über das Ausscheiden der beiden Vorstandsmitglieder Willy Bauer und Roland Weiß zum Ausdruck. Dies sei aus persönlichen, privaten und beruflichen Gründen geschehen. „Beide sind altgediente Judoka und haben sich in den vergangenen Jahren größte Verdienste für den Judosport erworben. Es ist kein Ausscheiden im Streit“, heißt es wörtlich.
„Die Stimmung ist gut“
Die Stimmung im Gremium sei gut, sagte Otto Kneitinger gestern am Telefon. „Wir sind nach der Sitzung gemeinsam in den Biergarten gegangen – alles ist gut.“ Ansonsten verwies er auf die offizielle Verlautbarung des Vereins, die die Redaktion exklusiv am Vormittag erreichte.
Die angekündigte Zerreißprobe wegen Rücktritten von Vorstandsmitgliedern habe sich bei der Vorstandssitzung am Dienstagabend schnell als laues Lüftchen erwiesen, heißt es darin von der Judoabteilung. Denn: „Wenn im Ehrenamt jemand für sich entscheidet, die Arbeit zu beenden, ist dies zu akzeptieren. Getane Leistung über Jahrzehnte ist mehr wert als Momentaufnahmen.“ Der Vorstand sei sich sicher, dass Weiß und Bauer auch künftig bei Bedarf der Judoabteilung mit Rat und Tat beistehen werden.
Ihre Positionen wurden in Anbetracht der täglich anfallenden Aufgaben spontan von deren Stellvertretern Organisation Helmut Harroider und Sport Hans Jürgen Henter übernommen. Sie rücken als Abteilungsleiter nahtlos auf. Die Abteilung Sport erhält noch Verstärkung durch Bayernligachef Martin Oberndorfer und Thomas Köthe Lübeck, die Organisation durch Alois Steffl.
Erwin Obermeier als Abteilungsleiter Finanzen sowie Reinhold Ennerst als Abteilungsleiter für die Jugend bleiben unverändert.
Das Archivbild zeigt die frühere Vorstandschaft: Otto Kneitinger (Mitte) mit Willi Bauer, Erwin Obermeier, Reinhold Ennerst und Roland Weiß (v. l.) Foto: Abeltshauser/Archiv
Zur Verstärkung soll ab September noch eine weitere Trainerstelle besetzt werden, um den ständig wachsenden Betreuungsaufgaben in der Nachwuchsarbeit gerecht werden zu können.
Schels geht ins Referendariat
Da Georg Schels ab September, wie vereinbart, ins Referendariat als Lehrer geht, soll auch diese Lücke erst gar nicht entstehen. Die Finanzierung dafür konnte gestern bestätigt werden. Dies sei man den vielen Kindern und Eltern, die ihr Vertrauen in die Judoabteilung stecken, schuldig, so die Abteilungsleitung. Georg Schels erledigte als Landestrainer am Landesleistungsstützpunkt einen Traumjob für den TSV und versicherte zum Team zurückzukehren, sobald es seine Lehrerausbildung zulasse.
Ohne Einschränkung werde auch Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger wie bisher die Bundesliga und Sponsorenbetreuung unterstützen, heißt es in dem Schreiben. Auf die Bitte, mit seiner Erfahrung künftig Vorstandssitzungen zu leiten und die Koordination zwischen den vier „Abteilungen“ und zu den Verbänden DJB/BJV zu übernehmen, stimmte er zu, soweit es seine Zeit erlaube.
Eine kurze aber tiefgehende Grundsatzdiskussion, ob man dieses Spitzenniveau im TSV Abensberg als ehrenamtliches Vorstandsmitglied auch künftig leisten wolle und könne, wurde von allen Anwesenden einstimmig mit „Ja“ beantwortet. Voraussetzung dafür sei jedoch „Leidenschaft und Herzblut für den Verein“ und den Judosport mitzubringen. „Wenn Ehrenamt zur Belastung wird kann man keine Spitzenleistung erwarten.“ Dienst nach Vorschrift sei hier nicht ausreichend, darüber sei sich jeder einzelne Sektor im Klaren.
Da der TSV Abensberg mehr als 300 Kinder und Mitglieder im täglichen Betrieb zu betreuen habe, zweifelten die Anwesenden keine Sekunde den seit 49 Jahren eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Der Judo-Boom in Abensberg sei ungebrochen und fordere mehr Engagement denn je. Die 50-Jahrfeier 2013 möchte der Verein mit Stolz und Anerkennung für alle, die daran mitgewirkt haben, feiern. Die Zielsetzung „Spitzenniveau“ wurde noch einmal gemeinsam klar und deutlich definiert und von allen Vorstandsmitgliedern angenommen.
Der frühere sportliche Leiter Roland Weiß war bei der Sitzung nicht dabei. Er ist derzeit im Urlaub und wollte zum jetzigen Zeitpunkt gegenüber der MZ zu den internen Vorgängen nicht Stellung nehmen. Er werde sich nach seiner Rückkehr kommende Woche mit der Thematik auseinander setzen, sagte er unserer Zeitung.