BMW fährt ohne Saaler weiter
Münchner Konzern beendet seine Zusammenarbeit mit alpha Racing und setzt für die Superbike-WM 2013 auf italienische Unterstützung.
münchen/saal. Vier Jahre lang durfte sich ein Motorradhaus aus Saal auf der höchsten Ebene des Motorsports zu Hause fühlen: Der Rennausstatter alpha Technik fuhr mit seiner Tochterfirma alpha Racing gemeinsam mit BMW in der Superbike-WM der 1000ccm-Maschinen. Mit Ende der aktuellen Saison wird die Kooperation auslaufen. Das wurde am Montag von BMW Motorrad bekanntgegeben. Die Münchner halten der WM-Serie auch 2013 die Treue, allerdings wandern Renn- und Testeinsatz sowie Chassis-Entwicklung – bisher mit die Hauptaufgaben von alpha Racing – zu BMW Motorrad Italia, das bereits jetzt ein Team in der WM betreibt.
Josef Meier, der Saaler Mitbesitzer von alpha Racing, nimmt die Nachricht gelassen auf. „Wir wussten natürlich Bescheid über Verhandlungen, es ging ja auch um unsere Zukunft.“ Dass die Entscheidung zugunsten der BMW-Schwester in Italien ausfiel, sei letztlich nicht verwunderlich. „Die Italiener haben Erfahrung in der WM gesammelt, darauf kann man jetzt zurückgreifen. Es ist mit Sicherheit auch eine Kostenfrage.“
Für alpha Racing, das mit etwa 50 Mitarbeitern in Stephanskirchen seinen Firmensitz hat, bedeute die Entwicklung nicht das Ende, betont Meier. „Natürlich hätten wir gerne weitergemacht. Aber wir haben andere Aktivitäten und werden uns neu ausrichten. Wir fahren in der IDM, in der Superstock-Serie...“ Die Frage, ob die Saaler mit BMW in eine andere Richtung – etwa die Königsklasse MotoGP – weiterarbeiten könnten, ließ Meier offen: „Im Motorsport beginnt sich in jedem Sommer das Karussell zu drehen. Marken und Piloten orientieren sich neu. Da wird sich in den nächsten Wochen einiges tun.“
Mit seiner Kursänderung konzentriert sich BMW auf ein einziges Werksteam. Dieses fährt unter der Flagge von BMW Motorrad Italia. Wie der Rennstall heißen wird und welche Piloten für ihn im Sattel sitzen, wird später entschieden. „Die Superbike-WM bleibt auch 2013 für uns die richtige Plattform, um unsere Kompetenz als Hersteller sportlicher Motorräder zu demonstrieren. Wir freuen uns, auf den bereits bestehenden Strukturen in München und Mailand aufbauen zu können“, sagt Stephan Schaller, Leiter BMW Motorrad. Dass das WM-Engagement – das auf etwa zwölf Millionen Euro pro Jahr taxiert wird – damit für die Bayern kostengünstiger wird, schwingt in diesen Worten mit. Die Entwicklung von Antrieb und Elektronik bleibt in der Landeshauptstadt.





