Sport aus der Region Kelheim 23.07.2012, 14:55 Uhr

24-Stunden-Rennen hat ein Nachspiel

Tausende erlebten ein packendes Finish in Kelheim. Doch Einzelsieger Rieber fehlte auf dem Podest. Er erklärt jetzt die Gründe und reagiert auf Kritik.

Einzelsieger Markus Rieber reagiert auf Misstöne: „An meinem Erfolg ist nichts Unsportliches dran.“ Foto: Rutrecht

Einzelsieger Markus Rieber reagiert auf Misstöne: „An meinem Erfolg ist nichts Unsportliches dran.“ Foto: Rutrecht

Von Martin Rutrecht und Alexander Reichmann, MZ

Kelheim. Die 16. Auflage des 24-Stunden-Radrennens hat ein packendes Finale gesehen. Die Siegertrophäen wurden verteilt. Allerdings fehlte am Podest Einzelsieger Markus Rieber, der nicht nur deswegen Misstöne erntete. Am Montag reagierte der 43-Jährige.

Suchend blickten die Honoratioren sowie RSC-Vorsitzender Klaus Roithmeier am Sonntag bei der Siegerehrung in die Menge: Wo war Herren-Champion Markus Rieber? Mit 47 Runden (808 km) hatte er triumphiert und wurde von Tausenden Fans gefeiert. Und jetzt, eine halbe Stunde später, war er weg. Die Pokalübergaben erfolgten somit ohne Rieber. Der zweitplatzierte Tiroler Franz Waibl, der gleichauf mit dem Schweizer Vorjahressieger Thomas Ratschob ankam, äußerte gegenüber der MZ dann auch noch Kritik am „unsportlichen“ Verhalten des Siegers: Er habe eine Pinkelpause von ihm und Ratschob genutzt, um sich auf und davon zu machen.

Am Montag reagierte Markus Rieber aus Güglingen bei Heilbronn. „Zur Siegerehrung: Ich hatte in der Dusche einen Kreislaufzusammenbruch. Ich wäre unheimlich gerne am Podium gestanden. Für mich war es eines der schönsten Rennen, das ich bisher bestritten habe.“ Zur Kritik an seinem Verhalten auf der Strecke meinte er: „Es ist richtig, dass ich bei einer Pinkelpause weitergefahren bin. Normalerweise wird so ein Stopp abgesprochen, doch meine zwei Konkurrenten schlugen sich ohne ein Wort in die Büsche. Eine Stunde zuvor hatten sie das auch schon gemacht, da blieb ich stehen. Beim zweiten Mal war ich sauer und bin weitergefahren, aber ohne das Tempo zu verschärfen. Zu zweit kann man das locker aufholen. Ratschob hat ja auch wieder aufgeschlossen zu mir. Am Stausackerer Berg habe ich dann angegriffen und mir so den entscheidenden Vorsprung verschafft. An meinem Sieg ist nichts Unsportliches dran.“

Vom 24-Stunden-Rennen berichtete die MZ heuer live, nachfolgend die „Live-Schaltungen“:

Sonntag, 15.51 Uhr

Der Sekt schäumte auf dem Podium, die Sieger des Rennens sind gekürt. Die Lokalmatadore von Lowriders Kelheim durften sich als Mannschaftssieger feiern lassen. Sie stemmten eine Skulptur mit der Befreiungshalle als Spitze in die Höhe. Nun wird ihr Teamname auf der Trophäe verewigt. Georg Andres hatte die entscheidende Attacke in der letzten Runde geritten: „Ich war das erste Mal in unserer schnellen Mannschaft mit dabei, und dann gleich so viel Verantwortung. Ich habe meine Chance im Sprint auf dem Weg zurück in die Altstadt gesehen.“ Den Expert Reng-Fahrer Roland Ballerstedt hängte er ab: „Ich bin kein Sprinter und konnte ihn nicht halten. Es war ein fantastisches Rennen, Sonntagvormittag waren wir schon 30 Sekunden voraus, aber das konnten wir nicht durchbringen.“

 

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